Heilig, aber gefährlich: Sakrale Orte am Abgrund

Ansichtssache7. Oktober 2015, 05:30
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Sakrale Bauwerke zählen zu den imposantesten Sehenswürdigkeiten auf Reisen. Und selbst wenn sich die Aura, die sie umgibt, nicht einfangen lässt, sind sie doch immer beeindruckende Fotomotive. Aber manche heiligen Orte scheinen dem Himmel näher als der Erde – wenn man sie besichtigen möchte, sollte man neben dem Fotoapparat zumindest auch an gutes Schuhwerk denken – und schwindelfrei sein.

Auf dem Gipfel des Vulkankegels Taung Kalat im nördlichen Myanmar in Südostasien befindet sich das buddhistische Tuyin Taung Kloster mit der goldenen Pagode, das man über 777 Stufen erreichen kann. Auch wenn der Aufstieg beschwerlich ist – belohnt wird man mit dem Ausblick. Neben vielen Rhesus-Affen sollen hier 37 Geister wohnen – sie sogenannten Nats, die von den Einheimischen angebetet werden. Der Taung Kalat ist der wichtigste Pilgerort in Myanmar.

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Das Sumela Kloster in Maçka in der Nord-Ost-Türkei befindet sich 1.200 Meter über dem Meeresspiegel und ist nur über eine schmale Treppe zu erreichen. Zum Komplex gehören unter anderem eine Höhlenkirche, mehrere Kapellen und eine Bibliothek. Das ehemals griechisch-orthodoxe Kloster gilt heute als wichtiger Wallfahrtsort von Christen und Moslems gleichermaßen.

2

Abuna Yemata Guh ist Äthiopiens schwer zugänglichste Kirche. Sie wurde im 15. Jahrhundert in ungefähr 700 Metern Höhe von Hand in einen Felsen geschnitzt. Im Inneren befindet sich prächtige Höhlenmalerei. Den Aufstieg sollte man selbst als erfahrener Kletterer nur mit einem Guide wagen.

3

Der Uluwatu Tempel wurde im 10. Jahrhundert erbaut und ist damit einer der ältesten Tempel auf Bali. Er besteht aus schwarzem Korallenfelsen, befindet sich etwa 70 Meter Höhe und gilt als der Ort, an dem Dhang Hyang Dwijendra, der Gründer der Hindu-Lehre, im 15. Jahrhundert seine letzten Tage verbracht hat.

4

Die Metéora-Klöster befinden sich im griechischen Thessalien. Metéora bedeutet in die Höhe heben – von den insgesamt 24 Klöstern und Eremitagen sind heute nur noch sechs bewohnt. Die restlichen sind bereits einsturzgefährdet oder schlicht zu schwer zugänglich.

5

Die Kyaiktiyo Pagode in Myanmar wird auch Goldener Fels, genannt und ist eine der bedeutendsten buddhistischen Stätten. Der Fels ist über sieben Meter hoch und wirkt, als würde er sogleich den Abgrund hinunterdonnern. Eine Legende besagt, dass der Fels nur von eine Haatsträhne des Buddha an seinem Platz gehalten wird.

6

Die Kathedrale des Las Lajas in Kolumbien wurde in einer Höhe von 1919 bis 1949 in 100 Metern Höhe Canyon des Flusses Guáitara gebaut.

7

Das Kloster St. Georg befindet sich in der Wüste Juda im Westjordanlandnd, circa 20 Kilometer östlich von Jerusalem. Gegründet wurde es im 5. Jahrhundert von syrischen Eremiten. Im Laufe seiner Geschichte wurde das Kloster mehrmals zerstört und wiederaufgebaut.

8

Die Kirche Saint-Michel d’Aiguilhe (Heiliger Michael auf der Nadel) im französischen Le Puy-en-Velay wurde im 8. Jahrhundert in 85 Metern Höhe auf einer Basaltkuppe erbaut. 268 Stufen muss man erklimmen, um die Kapelle von innen betrachten zu können.

9

Taktsang Palphug ist ein buddhistischer Tempel-Komplex im südastiatischen Bhutan und wird auch Tigernest genannt. Seine Geschichte beginnt im achten Jahrhundert mit einer simplen Höhle im Fels, die für Meditation genützt wurde. Das Kloster befindet sich 3.000 Meter über dem Meeresspiegel und etwa 900 Meter über dem Tal. (Katharina Triltsch, 7.10.2015)

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