Privatisierung der Therme Lutzmannsburg vorerst gescheitert

29. September 2015, 14:49
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Landesrat Petschnig: Gesamtkonzept hat nicht gereicht – 4,8 Millionen netto als Angebot

Eisenstadt/Lutzmannsburg – Die Privatisierung der Sonnentherme Lutzmannsburg im Burgenland ist vorerst gescheitert. Die Landesregierung habe "beschlossen, das Angebot der spanischen Investorengruppe nicht anzunehmen", sagte Wirtschaftslandesrat Alexander Petschnig (FPÖ) am Dienstag nach einer Regierungsklausur.

Petschnig bestätigte den kolportierten Kaufpreis von 4,8 Millionen Euro netto, zudem habe es noch Bestrebungen gegeben, diesen durch Eventualverbindlichkeiten nach unten zu korrigieren. Alleine aus diesem Grund sei das Angebot "bei uns auf eine gewisse Skepsis getroffen".

Bisher habe es lediglich "einen Vorschlag für einen Letter of Intent" gegeben, aber nichts Näheres, sagte Petschnig. Montagnachmittag habe es dann "eine ausführliche Präsentation" durch die Investorengruppe vor Landeshauptmann Hans Niessl (SPÖ), ihm selbst und Büromitarbeitern gegeben.

Petschnig: "Gesamtkonzept hat nicht gereicht"

"Wichtig war für uns natürlich das Gesamtpaket", sagte Petschnig. Der Preis alleine sei mit 4,8 Millionen auf den ersten Blick "sehr gering": "Das ist uns auch zuerst einmal sauer aufgestoßen." Man müsse jedoch den Zusammenhang betrachten, der Preis allein sei zu eindimensional.

"Das Gesamtkonzept, das uns vorgelegt wurde, hat uns beiden nicht gereicht. Das war uns zu wenig konkret", so Petschnig. Es sei nicht klar gewesen, wo der Benefit und wo das Wachstumspotenzial für Lutzmannsburg sein solle.

Therme bilanziert positiv

Das derzeit landeseigene Thermenresort bilanziere positiv. "Wir schreiben Gewinn", man sei "auf keinen Fall in irgendeiner Form unter Druck, das verkaufen zu müssen". Deshalb habe man sich bewusst im Regierungsübereinkommen die Möglichkeit der Privatisierung offengelassen. Allerdings müsse das Angebot insgesamt passen: "Das war in diesem Fall nicht der Fall", daher habe man den Beschluss gefasst, "dass wir das Resort unter diesen Bedingungen nicht verkaufen werden".

Petschnig kritisierte, dass der Privatisierungsplan frühzeitig den Weg in die Medien gefunden hatte: Er habe keine Freude damit, wenn während der Verhandlungen Informationen weitergegeben und veröffentlicht werden: "Ich befürchte tatsächlich, dass es in Zukunft, wenn es wiederholt vorkommt, negative Einflüsse auf mögliche zukünftige Investoren gibt." Bezüglich der Therme stehe es jedermann frei, ein Angebot zu legen, meinte der Wirtschaftslandesrat. "Positiver Spin-off der ganzen Diskussion" sei, dass es einige Interessenten für die Therme gebe.

Unterstützung erhielt Petschnig von Landeshauptmann Niessl: Die Vorgangsweise sei so "absolut okay", sie sei auch einhellig in der Regierung festgelegt worden. (APA, 29.9.2015)

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