Konzertveranstalter Tatar kehrt Wiesen den Rücken

29. September 2015, 13:21
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Nimmt vier Festivals mit und schließt Rückkehr aus

Wiesen/Eisenstadt – Die Zusammenarbeit von Konzertveranstalter Ewald Tatar und der Familie Bogner in Wiesen ist Geschichte. Nachdem bereits ein neuer Veranstalter den Medien präsentiert worden war, habe er über das Wochenende den Entschluss gefasst, dass er die Kooperation nicht mehr weiterführen werde, gab Tatar am Dienstag bekannt: "Für mich ist ein Schlussstrich gezogen", erklärte er in Eisenstadt.

Die Arcadia Live GmbH hatte sich vergangene Woche als neuer Kooperationspartner der Musikfestivals in Wiesen vorgestellt. Franz Bogner von der Bogner Veranstaltungs GmbH wollte auf APA-Nachfrage in dessen keine Stellungnahme abgeben. Der künftige Partner sei jedenfalls Arcadia, bejahte er.

"Wirtschaftliche Gründe"

Er habe vor einigen Wochen ein E-Mail von der Bogner Veranstaltungs GmbH bekommen, dass man seinen Vertrag kündigen wolle – "aus wirtschaftlichen Gründen", schilderte Tatar und betonte: "Meine Firma, die Pescadero GmbH, hat einen gültigen Vertrag mit Wiesen, daran hat sich nichts geändert."

Der Schritt habe ihn "überrascht", weil es bis dahin keine Anzeichen dafür gegeben habe. "Aus wirtschaftlichen Gründen den Vertrag zu kündigen, ist meiner Meinung nach absurd", meinte Tatar. Gerade heuer sei "ein starkes Jahr für Wiesen" gewesen: "Wir haben um 35 Prozent mehr Besucher gehabt", auch der Absatz bei Bier und alkoholfreien Getränken sei "bis zu doppelt so stark" wie im Vorjahr gewesen.

Er habe dann ein Telefonat geführt, um nachzufragen, was dies zu bedeuten habe. Dabei sei er "zum Teil nur angebrüllt" worden, "dass man mich beziehungsweise meine Festivals in Wiesen nicht mehr haben will". Aus den Medien habe er erfahren, "dass ich vertragsbrüchig geworden bin", erzählte Tatar. Er habe dazu aus Wiesen "weder ein Wort gehört noch gelesen". Er sei "natürlich nicht" vertragsbrüchig, stellte er fest: "Ich kenne meinen Vertrag und ich weiß, was ich getan habe", sagte Tatar.

Auf dreimalige schriftliche Bitten seinerseits um ein klärendes Gespräch sei "bis dato kein Wort zurückgekommen". Im Hinblick darauf, wie man mit ihm nach 25 Jahren Zusammenarbeit umgegangen sei, habe er sich überlegt: "Was möchte ich mir gerichtlich erkämpfen?" Doch er sei zum Schluss gekommen: "Aus Undankbarkeit wird keine Dankbarkeit mehr, egal wie's ausgeht."

Festivals an neuen Spielorten

"Ich muss auch niemandem was beweisen", meinte Tatar. Er habe sich entschlossen, mit den Festivals Lovely Days, Two Days a Week, Harvest of Art und der Nova Jazz und Blues Night aus Wiesen wegzugehen. "Ich werde die Festivals definitiv weiterführen", kündigte er an. Er wolle versuchen, mit einem Teil im Burgenland zu bleiben.

"Das Absurde an dem Ganzen" sei, dass er heuer in Wiesen noch 300.000 Euro investiert habe. Die damit getätigten Aufbauten seien mittlerweile wieder weg, nachdem man ihn dazu aufgefordert hatte, sie "so schnell wie möglich" zu entfernen.

Er müsse auch mit sich selbst hart ins Gericht gehen, sagte Tatar: Er habe "einfach nur im Glauben an die Zukunft" viel Geld investiert – "ich habe diesen Step ohne Sicherheiten gemacht". In Zukunft werde er sich doppelt und dreifach überlegen, solche Schritte wieder zu setzen. Eine Rückkehr nach Wiesen schloss Tatar definitiv aus.

Die neuen Spielorte für die Festivals will Tatar bald bekannt geben, die Termine für 2016 gebe es bereits: Das Harvest of Art und die Nova Jazz und Blues Night sollen – an getrennten Spielstätten – am 8. Juli stattfinden, das Lovely Days Festival am 9. Juli und das Two Days a Week Festival soll nach derzeitiger Planung am 4. und 5. August über die Bühne gehen. (APA, 29.9.2015)

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