Quelle wirbt online für Unimarkt-Lebensmittelversand – und vice versa

29. September 2015, 12:40
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Händler sehen Kooperation "als Phalanx gegen internationale Player"

Die Versandhandelsgruppe Unito (Quelle, Universal, Otto usw.) und der Händler Pfeiffer (Unimarkt, Zielpunkt usw.) gehen eine ungewöhnliche Kooperation ein und werben künftig gegenseitig für den Onlineversand ihrer Produkte. Quelle, Universal & Co. werden die Hauszustellung von Lebensmitteln über Unimarkt bewerben, während Unimarkt das Sortiment des Versandhändlers promoten wird.

"Unimarkt und Unito sehen die Kooperation durchaus als Phalanx gegen internationale Player, die starke Ambitionen im Bereich E-Commerce haben", sagte Markus Böhm, Holding-Geschäftsführer der Pfeiffer Handelsgruppe, am Dienstag laut Aussendung.

Noch in den Kinderschuhen

Der Onlineversand von Lebensmitteln steckt in Österreich noch in den Kinderschuhen. Unito-Chef Harald Gutschi sieht die Lebensmittel-Hauszustellung aber als Wachstumsfeld, das er seinen Kunden "schmackhaft machen" will. Pfeiffer forciert den Onlinebereich stark und will flächendeckend zustellen sowie Abholstationen zur Selbstabholung aufstellen.

Ein großes Problem im Onlinegeschäft sind weiterhin hohe Retourenquoten, wenngleich der Lebensmittelbereich hier weniger betroffen ist. Im Schnitt wird die Hälfte der Produkte wieder zurückgeschickt. Pro retournierten Artikel kostet das den Händler bis zu 10 Euro, ergab eine Studie des EHI Retail Institute. Als wichtigste Maßnahme gegen hohe Retouren gaben Versandhändler detaillierte Produktinformationen (83 Prozent), Kontaktmöglichkeiten für persönliche Beratung (48 Prozent) und einen schnellen Versand (44 Prozent) an.

Pro Jahr geben die Österreicher mehr als 7 Mrd. Euro online aus. Die Versandhandelsgruppe Unito hat im ersten Geschäftshalbjahr (März bis August) 160,4 Mio. Euro umgesetzt, ein Plus von etwa 6 Prozent gegenüber 2014. Stark im steigen Begriffen ist der Absatz via mobile Geräte wie Smartphones oder Tablets. Bei Unito rechnet man damit, in zwei Jahren etwa 80 Prozent der Umsätze über diese Wege zu erzielen. (APA, 29.9. 2015)

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