Pariser Modewoche: Kleider, die sich im Regen auflösen

5. Oktober 2015, 14:02
63 Postings

Brokat bei Dries Van Noten, Leder bei Céline und Netz bei Balmain – und Kendall Jenner

Die Pariser Modewoche ist der Höhepunkt der Fashion Weeks, sehnlich erwartet, spektakulär inszeniert und üblicherweise mit besonders hoher Dichte an herausragenden Kollektionen. Keine Modewoche steht stärker für neue Trends – aber genauso für Tradition. So präsentieren Häuser wie Dior, Lanvin und Dries Van Noten noch bis Mittwoch ihre Prêt-à-porter Kollektionen in Paris.

Was hier gezeigt wird, ist im Sommer 2016 Trend – laut Dior sind das klare Linien, bei Dries Van Noten subtile Tattoo-Shirts, -Handschuhe und -Strümpfe und bei Céline Ballonärmel, Lingerie-Look und Bügelfaltenhosen.

Subtile Tätowierungen bei Dries Van Noten

foto: reuters/benoit tessier
Dries Van Noten, Paris Fashion Week, Frühling/Sommer 2016.

Der belgische Designer Dries Van Noten zeigte in Paris eine eklektische Kollektion, die in mehrerlei Hinsicht glänzte. Trotz vermeintlicher Gegensätze harmonierten leuchtende Musterungen mit bürotauglichem grauem Jacquard, leichte Transparenz mit schwerem Brokat und voluminöse Rüschen mit skulpturalen Schnittformen. Auffallend: die bedruckten Tattoo-Shirts, -Strümpfe und -Handschuhe.


Lanvin zeigt sich durchgängig undurchgängig

foto: reuters/benoit tessier
Lanvin, Paris Fashion Week, Frühling/Sommer 2016.

Designer Alber Elbaz zeigte für Lanvin eine bunte Kollektion – in jeder Hinsicht. Opulente Drapierungen, All-over-Drucke und Rüschen hatten da genauso Platz wie Paillettenkleider, ausgefranste Rocksäume und Leo-Prints. Der rote Faden? Hat wohl nur fürs Rüschenkleid (Bild oben rechts) gereicht.


Kendall Jenner für Balmain

foto: ap/thibault camus
Balmain, Paris Fashion Week, Frühling/Sommer 2016.

Olivier Rousteing entwarf für Balmain eine Kollektion, die auf unterschiedlichste Weise viel Haut zeigt und Spannung erzeugt, ohne obszön zu wirken. Mäntel, wie Capes über den Schultern getragen, Netze, hautenge Overalls, Schnürdetails und Lederkorsagen – auf dem Laufsteg: Model Kendall Jenner.


Bein- und bauchfrei bei Dior

foto: apa/epa/yoan valat, ap/francois mori, reuters/ benoit tessier
Dior, Paris Fashion Week, Frühling/Sommer 2016.

Trotz Bauchblitzern und subtiler Transparenz: Bei Raf Simons' neuer Kollektion für Dior gilt vor allem ein Stichwort: unschuldige Reinheit. Klare Formen, reines Weiß, kombiniert mit gebrochenen Weißtönen, verkürzte Pullover zu Strickröcken: Hauchdünnen gelayerten Kleidern setzte Simons steife, übergroße Kurzmäntel entgegen. Die Show ließ sich auch Rihanna nicht entgehen.


Punkte für Galliano

foto: apa/epa/caroline blumberg, reuters/benoit tessier
John Galliano, Paris Fashion Week, Frühling/Sommer 2016.

Punkte, Rüschen, Spitze: Bill Gaytten zeigte für John Galliano eine romantische Kollektion, in der subtile Transparenz die Hauptrolle spielte. Trotzdem hatten neben den kurzen Flatterröckchen und -kleidern breite Jacken, Anzüge im Lagenlook und übergroße Parkas Platz.


Mustermix bei Kenzo

foto: apa/epa/ian langsdon
Kenzo, Paris Fashion Week, Frühling/Sommer 2016.

Grafische Musterungen, plakativ aufgesetzte Taschen und Leder-Overknees mit Cut-outs waren die prägenden Stilmittel der Designer Humberto Leon und Carol Lim für Kenzo. Farblich standen das maritime Blau, das leuchtende Rot und Senfgelb der Materialien im Vordergrund.


Akris asymmetrisch

foto: akris
Akris, Paris Fashion Week, Frühling/Sommer 2016.

Asymmetrien und Mesh bei Akris: Designer Albert Kriemler präsentierte schmale Kleider, Tops und Midi-Röcke in Netzoptik und glänzende, lockere Anzüge. Außerdem spielte er mit Transparenz und schichtete die verschiedenen Weißtöne der Materialien mit lasergecutteten Stoffen zu zarten Lagenlooks.


Chalayan löst sich auf

foto: dan lecca
Hussein Chalayan, Paris Fashion Week, Frühling/Sommer 2016.

Ursprünglich von der Kultur Kubas inspiriert, markierte Hussein Chalayans neue Kollektion auch das zehnjährige Jubiläum der Zusammenarbeit mit dem österreichischen Unternehmen Swarovski. Chalayan präsentierte weich fallende Rocke, transparente Blusen und Kleider in O-Linie. Einige Models betraten den Laufsteg in weißen, an Uniformen erinnernden Mänteln. Dann ging über ihren Köpfen ein Wasserstrahl los – der die Uniformierung zersetzte und die mit Swarovski-Kristallen besetzten Roben zum Vorschein kommen ließ. Nebenbei ist Chalayan Professor: 2014 übernahm er die Leitung der Modeklasse an der Universität für angewandte Kunst in Wien.

nowfashion
Die Verwandlung unter der Dusche ist im Video ab Minute 2:10 zu sehen.


Weite Ärmel, schmale Taillen bei Céline

foto: apa/epa/etienne laurent, ap/francois mori
Céline, Paris Fashion Week, Frühling/Sommer 2016.

Voluminöse Ärmel und Hosen, aber schmale Taillen zeigte Designerin Phoebe Philo für Céline. Gegensätzlich auch die Materialen: So wurden seidige Kleider im Lingerie-Look neben kastig-steifen Overalls präsentiert, elegante Bügelfaltenhosen zu opulenten Blusen kombiniert und glänzende Lederkleider über fließenden Hosen getragen. (Katharina Triltsch, 5.10.2015)

Share if you care.