Intelexit: Aktivisten starten "Ausstiegshilfe" für Spione

29. September 2015, 11:02
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Soll Geheimdienst-Mitarbeitern helfen, ihren Job zu verlassen – eine "Hintertür zur Demokratie"

Neonazis, Dschihadisten, Mitglieder der organisierten Kriminalität: Für all diese Gruppen gibt es Aussteigerprogramme, durch die Menschen ein Neuanfang ermöglicht wird. Ein Aktivistenkollektiv namens "Peng" hat diese Liste nun um Geheimdienstmitarbeiter erweitert. Sie legten, unterstützt von Whistleblowern wie Thomas Drake, eine "Ausstiegshilfe" namens Intelexit für wechselwillige Agenten auf.

marie bauer

Das Angebot wird als "Hintertür zur Demokratie" beworben. Eine Informationskampagne ist im Anrollen, unter anderem sollen Prospekte an Mitarbeiter des deutschen Bundesnachrichtendienstes verteilt werden.

Ernster Hintergrund

Laut Spiegel wurde die Aktion nach ihrem Start in sozialen Medien heftig umjubelt. Ziel der Aktion ist es offenbar, für Verwirrung zu sorgen. Das Künstlerkollektiv "Peng" hatte zuvor bereits in der Flüchtlingsthematik und beim Umweltschutz für Aufregung gesorgt. So wurde eine Werbeveranstaltung des Ölgiganten Shell gestört.

Die Ausstiegshilfe sei allerdings ernstgemeint, so ein Aktivist gegenüber Spiegel Online. Wolle ein Mitarbeiter wirklich den Geheimdienst verlassen, würde sich "Peng" um Anwälte und psychologische Betreuung kümmern. (fsc, 28.9.2015)

  • Die aktionistische Kampagne hat einen ernsten Hintergrund
    foto: peng collective

    Die aktionistische Kampagne hat einen ernsten Hintergrund

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