VW-Aktien fliegen aus Nachhaltigkeits-Indizes

28. September 2015, 20:02
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Der neue Konzernchef Müller ist für "schonungslose und konsequente Aufklärung": Täuschung und Manipulation durch nichts zu rechtfertigen

Wolfsburg – Der Skandal um manipulierte Abgastests bei Dieselwagen kostet den deutschen Autobauer Volkswagen den Platz in mehreren Aktienindizes, die auf "nachhaltige" Unternehmen ausgerichtet sind. So werde die Vorzugsaktie der Wolfsburger aus den sogenannten Sustainability-Indizes des Dow Jones für Europa und weltweit entfernt, teilten die Betreiber S&P Dow Jones Indices und RobecoSAM am Dienstag mit.

In ihren auf Nachhaltigkeit ausgelegten Kursbarometern sollen jeweils die Unternehmen einer Branche enthalten sein, die sowohl unter ökonomischen Gesichtspunkten als auch mit Blick auf ihre Umweltverträglichkeit sowie soziale Kriterien führend sind. Im Fall von VW habe man die Situation neu beurteilt, hieß es unter Verweis auf den Dieselskandal. Umgesetzt werden soll die Veränderung zum Handelsschluss in Frankfurt am 5. Oktober.

Größte Bewährungsprobe

Der neue VW-Konzernchef Matthias Müller sieht den Autobauer angesichts des Abgasskandals vor der "größten Bewährungsprobe" der Unternehmensgeschichte. "Es geht darum, verlorenes Vertrauen zurückzugewinnen", sagte Müller laut Mitteilung von Volkswagen am Montag vor Führungskräften des Konzerns. "Dazu braucht es eine schonungslose und konsequente Aufklärung."

Müller sprach von einem "schweren Weg". Dabei werde es nur Stück für Stück vorangehen, und es werde Rückschläge geben.

Müller ist Nachfolger von Martin Winterkorn, der im Zuge des Skandals seinen Posten räumen musste. VW hatte Abgaswerte von Diesel-Fahrzeugen in den USA manipuliert. Das gesamte Ausmaß des Skandals ist weiter unklar. Weltweit sind elf Millionen Autos betroffen, davon 2,8 Millionen in Deutschland.

Die Software sei nur in einem Teil der elf Millionen Fahrzeuge aktiviert, sagte Müller laut Mitteilung. "Wir rechnen deshalb damit, dass die Zahl der tatsächlich betroffenen Fahrzeuge letztlich geringer sein wird." VW werde in den nächsten Tagen die betroffenen Kunden informieren, dass das Abgasverhalten ihres Fahrzeugs in Kürze nachgebessert werden müsse.

Nicht zu rechtfertigende Täuschung

Täuschung und Manipulation seien durch nichts zu rechtfertigen, sagte der neue Konzernchef, der zuvor den Sportwagenbauer Porsche geführt hatte. Er sprach von einem "unfassbaren Fehlverhalten bei Volkswagen". Der Aufsichtsrat habe eine unabhängige externe Untersuchung durch die US-amerikanische Großkanzlei Jones Day beauftragt.

Müller sagte zudem, VW müsse aus den Fehlern lernen. Dazu zähle eine neue Unternehmenskultur. Der Aufsichtsrat hatte bereits einen Konzernumbau auf den Weg gebracht, bei dem die einzelnen Marken mehr Verantwortung bekommen sollen. (APA, 28.9.2015)

  • Ein Bild aus besseren Tagen: Müller und Winterkorn stecken die Köpfe zusammen.
    foto: epa/weissbrod

    Ein Bild aus besseren Tagen: Müller und Winterkorn stecken die Köpfe zusammen.

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