Blatter will trotz Ermittlungen bleiben

28. September 2015, 17:38
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Fifa-Boss will mit den Behörden kooperieren und sieht keinen Grund für Rücktritt – Zahlungen an Platini "legitim"

Genf – Joseph S. Blatter will trotz der Eröffnung des Strafverfahrens Präsident des Fußball-Weltverbandes FIFA bleiben. Das habe der Schweizer den FIFA-Mitarbeitern am Montag erklärt, teilte sein US-Anwalt Richard Cullen mit. "Präsident Blatter sprach heute zur FIFA-Belegschaft und informierte sie, dass er mit den Behörden kooperiere, wiederholte, dass er nichts Illegales oder Unzulässiges gemacht habe, und erklärte, dass er Präsident der FIFA bleiben werde", hieß es in der Mitteilung.

Zudem stellte Blatter nach Angaben seines Anwalts klar, dass die Zahlung von zwei Millionen Franken an Michel Platini, Chef der Europäischen Fußball-Union (UEFA), legitim sei. Platini habe "ein wertvolles Beschäftigungsverhältnis mit der FIFA als Berater des Präsidenten ab 1998" gehabt, erklärte Cullen: "Er erklärte den Ermittlern, dass die Zahlungen eine zulässige Vergütung und nicht mehr waren und sie ordnungsgemäß innerhalb der FIFA abgerechnet wurden."

Am Donnerstag hatte die Schweizer Bundesanwaltschaft ein Verfahren gegen Blatter wegen des "Verdachts der ungetreuen Geschäftsbesorgung" sowie eventuell "wegen Veruntreuung" eröffnet, der FIFA-Boss wurde tags darauf als Beschuldigter vernommen. Platini soll von Blatter eine "treuwidrige Zahlung" erhalten haben und sprach als "Auskunftsperson" vor. Sowohl Blatter als auch Platini wiesen die Vorwürfe zurück.

Unklar ist noch immer, wann die Ethikkommission des Weltverbandes Ermittlungen und mögliche Konsequenzen gegen den eigenen Präsidenten oder Platini publik macht. Eine Suspendierung Blatters hätte den vorzeitigen Amtsverlust des 79-Jährigen zur Folge – fünf Monate bevor der Schweizer nach 17 oft skandalumwitterten Jahren sein Amt bei einem außerordentlichen FIFA-Kongress zur Verfügung stellen wird. (sid/APA, 28.9. 2015)

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