Innsbruck setzt auf kleine Asylquartiere in allen Stadtteilen

28. September 2015, 18:01
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Bürgermeisterin will keine Aufnahmegrenze für Flüchtlinge festlegen und bewertet Gemeindequote positiv

Innsbruck – Politische Entscheidungen sind manchmal unpopulär – "einst gab es Widerstand gegen die Einrichtung von Tagesbetreuung für Kinder und gegen den Bau einer Straßenbahn", sagt Innsbrucks Bürgermeisterin Christine Oppitz-Plörer (Für Innsbruck). In Bezug auf die Unterbringung von Flüchtlingen sei für sie deshalb klar: "Zaudern und zögern hilft verlässlich nicht."

Derzeit würden in Tirols Landeshauptstadt rund 1.100 Flüchtlinge untergebracht. Innsbruck setze dabei auf möglichst kleine Einheiten in allen Stadtteilen – da würden auch vermeintliche Nobelgegenden nicht ausgenommen. In den kommenden Wochen sollen rund 350 zusätzliche Plätze geschaffen werden.

Keine Aufnahmegrenze

Eine Aufnahmegrenze wolle Oppitz-Plörer nicht festlegen. Derzeit machen Flüchtlinge in Innsbruck rund ein Prozent der Gesamtbevölkerung aus. Die vom Bund vorgesehene Gemeindequote von "jedenfalls 1,5 Prozent" sehe sie positiv: "Wenn monatelange Überzeugungsarbeit nichts bringt, muss man Fakten setzen."

Die jüngsten Wahlergebnisse in anderen Bundesländern würden ihren Kurs nicht beeinträchtigen: "Im Burgenland ist nun ein FPÖ-Politiker für Sicherheit zuständig. Schaut man, wie viele Flüchtlinge dort seither ankamen, kann man diesen Menschen nur mehr blaue Landesräte wünschen", bemerkt Oppitz-Plörer sarkastisch. (Katharina Mittelstaedt, 29.9.2015)

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