Schweizer Journalist soll wegen Retweet vor Gericht

28. September 2015, 13:07
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Geteilte Kurznachricht unterstellt einem SVP-Politiker laut Staatsanwaltschaft Nähe zum Nationalsozialismus

Zürich – Carlos Hanimann, ein Schweizer Journalist der "Wochenzeitung", muss sich wegen einem Retweet auf dem Mikroblogportal Twitter vor Gericht verantworten.

Am 13. Juli 2012 hatte Hanimann eine Kurznachricht des Users KueddeR – der vornehmlich anonym twittert – geteilt. Darin wurde der SVP-Kantonsrat Hermann Lei als "Hermann "Dölf" Lei" bezeichnet.

Nun muss sich Hanimann vor dem Bezirksgericht Zürich wegen Verleumdung verantworten, berichtet NZZ am Sonntag. Die Staatsanwaltschaft erläutert in ihrer Anklageschrift, dass der Einschub "Dölf" suggeriere, dass Lei mit Adolf Hitler und dessen nationalsozialistischem Gedankengut sympathisiere.

Die Staatsanwaltschaft beantragt, Hanimann mit einer Geldstrafe zu bestrafen. Der Journalist müsste im Fall einer Verurteilung rund 5500 Franken (5022 Euro) für seinen Retweet bezahlen. (red, 28.9.2015)

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