"Noch mal!": Einmal ist keinmal

Rezension28. September 2015, 09:15
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Eine heiß geliebte Gutenachtgeschichte, wie jene von Emily Gravett, müssen Eltern ihren Kindern immer wieder vorlesen, so lange bis sie müde werden

Nimmt man als Gradmesser die Meinung des eigenen Sohnes, dann ist das vorliegende Buch, wie er wohl sagen würde, "urgut". Dass er deswegen gleich einschlafen will, müde ins Bett fällt oder mit den Eltern ein Einsehen hat, dass der Schlaf wichtig ist, kann allerdings nicht berichtet werden. Dabei soll das Buch von Emily Gravett eine Gutenachtgeschichte sein. So schreibt es der Verlag – und zwar für Kinder ab dem vierten Lebensjahr. Ist es eher nicht. Spaß macht das Buch Noch mal! aber. Der Inhalt: Mutter Drache liest dem Kind eine Geschichte vor.

Das Kind schreit: "Noch mal!" Und dann liest die Mutter erneut, dann wieder, bis sie selbst einschläft. Der kleine Drache reagiert – ganz unpädagogisch -, indem er zu toben beginnt und am Ende Feuer speit. Das Resultat kann im wahrsten Sinne der Worte ertastet werden. Nicht gerade sympathisch, aber auch ein bisserl realistisch. Vielleicht ist es gerade dieses Fehlen einer erzieherischen Botschaft, das für Lesefreude beim Kind gesorgt hat. Aber die braucht es doch auch wirklich nicht immer, oder? (Peter Mayr, 28.9.2015)

  • Emily Gravett
"Noch mal!"
Sauerländer-Verlag 2015
32 Seiten / 15,50 Euro
    foto: sauerländer

    Emily Gravett

    "Noch mal!"

    Sauerländer-Verlag 2015

    32 Seiten / 15,50 Euro

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