Kolportiert, dementiert: Ein Neuer für den "Kurier"

28. September 2015, 06:36
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Sanierer Tillian wird – nicht zum ersten Mal – als Verlagsmanager gehandelt, er verneint

Wien – Mitten im Vorzugsstimmenwahlkampf von Herausgeber Helmut Brandstätter kommt ein Name für einen Kurier-Führungsjob um die Kurve. Ein neuer, offenbar zusätzlicher Geschäftsführer neben Thomas Kralinger, könnte dem Kurier ins Haus stehen. Einer mit Erfahrung in Sanierung und Umbau könnte dem Kurier, heißt es zwischen Wien und Graz – und wird umgehend dementiert.

Wer wird da – nicht zum ersten Mal übrigens – für das Management Geschäftsführung des Kurier gehandelt? Michael Tillian. Er war im und für den Grazer Medienkonzern Styria schon für eine der forscheren Umbaumaßnahmen in der Magazingruppe Styria Multi Media verantwortlich, für den Umbau der diversen Bezirksblätter zum Regionalzeitungsring RMA und schließlich für die Vereinigung von Presse und Wirtschaftsblatt. Nach zwei Umbauimpulsen verließ Tillian die Styria.

2014, nach der Presse, machte er sich selbstständig. Er beteiligte sich am Sportportal Maxfun; er berät den Wiener Finanzinvestor VCP, der 2014 den größten ungarischen Zeitungskonzern um Nebzsabadsag, eine Wirtschafts- und Regionalzeitungen, die Springer und Ringier auf Druck der ungarischen Kartellbehörden abgeben mussten.

Der 41jährige Jurist aus Vorarlberg gilt als forscher Sanierer; Horst Pirker, heute News-Boss, soll als Styria-Vorstandschef in einer Abschiedsrede für seinen ehemaligen Assistenten 2009 auf die vielen Gräben hingewiesen haben, die Tillian bei der Styria-Magazinholding aufgerissen habe, und die es nun wieder zu planieren gelte.

Tillian soll, so heißt es wie schon in früheren STANDARD-Infos, Raiffeisen-Generaldirektor Klaus Buchleitner in Medienfragen beraten. Raiffeisen Niederösterreich-Wien hält eine knappe Mehrheit am Kurier, der Rest gehört wie die Hälfte der Krone der deutschen Funke Mediengruppe.

Was sagt Tillian zu den Gerüchten? Berät er den Raiffeisen-General in Medienfragen? Stimmt nicht, erklärt Tillian. Und was ist mit den kolportierten, aber nach STANDARD-Infos noch nicht materialisierten Plänen, ihn zum Kurier-Geschäftsführer zu machen? Er wisse nichts davon, sagt Tillian auf Anfrage.

"Kurier – wo man’s erfährt", so wurde die Tageszeitung lange vor Helmut Brandstätter beworben. Das Gerücht über Tillians Kurier-Engagement wird wohl noch die eine oder andere Runde drehen. (fid, 28.9.2015)

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