Künstlerhaus: Abstimmung zu Haselsteiner-Plan

28. September 2015, 07:24
3 Postings

Wiedereröffnung 2018

Wien – Unterstützung durch Private hat beim Künstlerhaus Tradition, bereits Gründung und Bau waren im 19. Jahrhundert auf diese Weise finanziert worden. Am Montagabend stimmen die Mitglieder nun über eine Kooperation ab, die dem Haus eine Zukunft sichern könnte. Konkret geht es um Hans-Peter Haselsteiners im Juli vorgelegtes Angebot, über seine Familienstiftung die Sanierung des maroden Gebäudes in einer Größenordnung von etwa 30 Millionen Euro sowie die laufenden Betriebskosten zu finanzieren.

Beim Vorstand war der Vorschlag auf Konsens gestoßen, de jure gilt es als beschlossen, de facto bedarf es aber der Zustimmung der Mitglieder. 1996 hatten diese etwa gegen eine Vereinnahmung durch die Stiftung Essl votiert, Knackpunkt damals: eine massive Einschränkung der Nutzfläche.

Wiedereröffnung 2018

Beim Haselsteiner-Modell bleiben 75 Prozent den Mitgliedern vorbehalten, "das gesamte Erdgeschoß in renoviertem Zustand", erläutert der Industrielle. Ergebe sich zusätzlicher Bedarf, könne solcher gebucht werden. Das Obergeschoß soll zur Spielstätte für "Österreichische Kunst nach 1945" avancieren, wo renommierte Privatsammlungen (z. B. Angerlehner, Liaunig, Essl) über Ausstellungen präsentiert würden.

Eine bauliche Erweiterung schließt Haselsteiner nicht aus, jedoch habe das keine Priorität. Er denke nicht daran, "jetzt ein Jahr mit Behörden zu verhandeln, um Zusatzfläche genehmigt zu bekommen", soll das Haus doch zum 150. Jahrestag am 1. September 2018 wiedereröffnet werden.

Zuletzt haben Experten an einer Reihe von Fragen getüftelt. Etwa zur Gemeinnützigkeit des Vereins und der Betreibergesellschaft sowie einer damit verbundenen drohenden Steuerbelastung. "Daran wird es nicht scheitern", ist Haselsteiner überzeugt.

Ernst Hilger, Galerist und Vorstandsmitglied des Freundevereins, sieht in ihm jedenfalls "einen qualifizierten Partner und eine Bereicherung für das Künstlerhaus". Geschäftsführer und Präsident halten sich im Vorfeld der Abstimmung lieber bedeckt und waren für eine Stellungnahme nicht erreichbar. (kron, 28.9.2015)

Share if you care.