Mein Wahlkampf

Einserkastl27. September 2015, 18:18
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Plakate der Wien-Politiker aller Farben schmücken derzeit die Stadt

Die Wiener Innenstadt trägt wieder Plakat. Der Ring ist eine einzige Geisterbahnfahrt, umsonst, aber nicht gratis. Warum diverse Grafiker offensichtlich im schlechtesten Fall von Menschenhass und im besten von Veräppelungslust getrieben werden, ist bis heute wissenschaftlich nicht einwandfrei geklärt.

Die Neos wollen für uns kämpfen, allerdings gegen einschlägig Formuliertes wie den "Filz". "Wir im Ersten" kämpfen auch, mit eher marginalisiertem Thema: kein Tingeltangel in der Innenstadt. Ob auch Remmidemmi der Entfernungswut zum Opfer fällt, ist nicht klar.

Vermutlich müsste man nach solchen Ankündigungen bei Wahlerfolg sämtliche Ausgehlokale sperren. Die Grünen bieten passenderweise beim Burgtheater einen Mann, der eine Kreuzung zwischen Vampir und Willem Dafoe darstellt, mit dem lapidaren Zusatz: besser für die Innenstadt. Warum, bleibt – zumindest auf dem Plakat – offen.

Strache führt vor, wie man einen klassischen Double Bind hinlegt: Er grenzt niemanden aus, schon gar nicht die Wiener und damit wiederum alle anderen. Abgesehen davon muss Stenzel entweder sein im Verborgenen gezüchteter Vorgängerklon oder seine Mutter sein: Die Gesichter der beiden sind bis auf die Schminke kaum zu unterscheiden.

Häupl gibt den Übervater und duzt dialektal-jovial. Die ÖVP hat wieder die miesesten Grafiker von allen gehabt. Das hat aber bereits Tradition. (Julya Rabinowich, 27.9.2015)

  • Artikelbild
    foto: apa/helmut fohringer
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