Auch Ethikkommission ermittelt gegen Blatter

27. September 2015, 11:56
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Präsidenten des Weltverbands droht die Suspendierung

Zürich – Zwei Tage nach Bekanntwerden der Ermittlungen der Schweizer Bundesanwaltschaft gegen Fifa-Präsident Joseph Blatter wegen "ungetreuer Geschäftsführung" (Verkauf von TV-Rechten weit unter Wert) sowie "Veruntreuung" (Zahlung von zwei Millionen Franken an Michel Platini) hat auch die Fifa-Ethikkommission gegen den Schweizer eine Untersuchung eingeleitet. Dies berichten mehrere Medien.

Unklar ist vorerst, wer bei der Fifa-internen Untersuchung federführend ist. Fifa-Chefermittler Cornel Borbely darf als Schweizer nicht gegen einen Landsmann ermitteln. So oder so könnte das Eingreifen der Ethikkommission zu einem schnellen Ende für Blatter führen, der Anfang Juni seinen Rücktritt am außerordentlichen Fifa-Kongress am 26. Februar 2016 angekündigt hat.

Issa Hayatou würde nachrücken

Sollte Blatter von Hans-Joachim Eckert, dem Vorsitzenden der rechtsprechenden Kammer, tatsächlich suspendiert werden, würde der Fifa-Vizepräsident Issa Hayatou aus Kamerun nachrücken. Gegen den Afrikaner, der 2002 bei der Wahl zum Fifa-Präsidenten gegen Blatter deutlich verlor, war von der IOC-Ethikkommission vor ein paar Jahren wegen Korruption ermittelt worden. Er kam mit einem Verweis davon.

Wie am Sonntag weiters berichtet wurde, droht auch Uefa-Präsident Michel Platini eine Suspendierung. Untersucht wird von der Fifa-Ethikkommission die Zahlung von zwei Millionen Franken, die der Franzose von Blatter vor vier Jahren erhalten hat. Angeblich für Dienste zwischen 1999 und 2002. Spricht die Fifa auch gegen Platini eine Suspendierung aus, dürfte zumindest dessen Karriere beim Weltverband beendet sein. Platini will am 26. Februar zur Fifa-Präsidentschaftswahl antreten und Nachfolger von Blatter werden. (APA, sid, 27.9.2015)

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