Viererpack von Soriano gegen Mattersburg

26. September 2015, 20:27
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Salzburger demonstrieren beim 4:2 gegen die Burgenländer beeindruckenden Offensivfußball, lassen aber auch grobe Probleme in der Defensive erkennen

Salzburg – Jonatan Soriano hat Red Bull Salzburg in der Fußball-Bundesliga mit einem Viererpack zu einem 4:2-Erfolg gegen den SV Mattersburg geführt. Zwei Tage nach seinem 30. Geburtstag war der Spanier in der 5., 51., 67. und 85. Minute erfolgreich. Die Salzburger stürmten mit 18 Punkten zumindest bis Sonntagabend auf den zweiten Tabellenplatz vor. Die Burgenländer rutschten auf den fünften Rang zurück.

Vor 6.172 Zuschauern zeigten die Salzburger angeführt vom überragenden Soriano und dem starken Naby Keita über nahezu 90 Minuten begeisternden Offensivfußball. Dazu gesellten sich aber wie so oft in dieser Saison haarsträubende Fehler in der Defensive: Patrick Farkas (21.) und Jano (25.) wussten dies sogar zur 2:1-Halbzeitführung zu nützen.

Viele prominente Ausfälle

Salzburg hatte erneut einige prominente Ausfälle zu verkraften, so standen Christoph Leitgeb, Yasin Pehlivan, Martin Hinteregger, Valentino Lazaro und Reinhold Yabo nicht zur Verfügung. Immerhin Omer Damari war wieder fit und wurde von Salzburg-Trainer Peter Zeidler gleich – zum ersten Mal überhaupt – neben Soriano im Sturm aufgeboten.

Das Duo stand sogleich im Mittelpunkt: Damari legte auf Soriano ab und Gäste-Goalie Markus Kuster musste sich bereits nach neun Sekunden gehörig strecken. Wenig später hatte Kuster aber das Nachsehen: Damari legte per Kopf auf Soriano ab und der Spanier traf volley aus kurzer Distanz an Kuster vorbei (5.).

Die Elf von Ivica Vastic hatte in der Startphase dem Salzburger Dauerdruck wenig entgegenzusetzen. Erst nach über zehn Minuten kamen die Burgenländer erstmals vors Salzburger Tor: Michael Perlaks Schuss war für Salzburg-Goalie Alexander Walke allerdings kein Problem (12.).

Löchrige Bullen-Defensive

Soriano sorgte mit einem gefühlvollen Heber beinahe für das 2:0, doch Kuster war noch mit den Fingerspitzen dran. Auch bei Schüssen von Minamino (16.) und Berisha (20.) musste Kuster eingreifen. Doch dann schockten Farkas und Jano die Heimfans – allerdings begünstigt durch kapitale Zuordnungsfehler in der Defensive der Hausherren. Erst konnte sich Karim Onisiwo auf der rechten Seite problemlos durchtanken und Farkas völlig frei zum Ausgleich einschießen (21.). Dann köpfelte der Spanier Jano ebenso wenig bedrängt nach Perlaks Freistoßflanke zur Mattersburger Führung ein (25.).

Die Hausherren zeigten sich danach jedoch kaum verunsichert, die Zeidler-Elf schnürte die Mattersburger phasenweise rund um den Strafraum ein. Spielfreudig kombinierten sie sich fast minütlich gefährlich in die Gefahrenzone und feuerten bis zur Pause unglaubliche 22 Schüsse aufs Tor von Kuster ab. So hatten die Gäste Glück, als Berisha etwa nur die Stange traf (37.). Kurz vor der Pause rettete Lukas Rath in extremis vor der Linie bei einem Damari-Schuss die schmeichelhafte burgenländische Halbzeitführung (44.).

Nach dem Seitenwechsel wurde Soriano von Keita mustergültig in Szene gesetzt und der Spanier schloss eiskalt zum 2:2 ab (51.). Die Salzburger drängten danach auf die neuerliche Führung: Rath störte Damari als letzter Mann gerade noch entscheidend am Abschluss (56.). Danach zeigte Soriano wieder seine Torjägerqualitäten: Einen Querpass von Andreas Ulmer knallte der Spanier unwiderstehlich von der Strafraumgrenze ins rechte Kreuzeck.

Standing Ovations

Der Salzburger Offensivdruck blieb auch danach aufrecht und resultierte schließlich in einem Elfmerfoul von Alois Höller an Ulmer. Soriano verlud Kuster und schob cool zum 4:2-Endstand ein (85.). Unmittelbar danach verließ der Spanier unter Standing Ovations der Zuschauer den Platz. (APA, 26.9.2015)

FC Red Bull Salzburg – SV Mattersburg 4:2 (1:2)
Wals-Siezenheim, Red-Bull-Arena, 6.172 Zuschauer, SR Harkam.

Tore:
1:0 (5.) Soriano
1:1 (21.) Farkas
1:2 (25.) Jano
2:2 (51.) Soriano
3:2 (67.) Soriano
4:2 (85.) Soriano (Foulelfmeter)

Salzburg: Walke – Schwegler, Miranda, Caleta-Car, Ulmer – Minamino, Schmitz, Keita, Berisha (80. Nielsen) – Damari (71. Reyna), Soriano (86. Prevljak)

Mattersburg: Kuster – Höller, Malic (35. Rath), Mahrer, Maksimenko – Prietl (77. Grgic), Jano, Perlak, Farkas – Pink (54. Templ), Onisiwo

Gelbe Karten: Keita bzw. keine

  • Soriano war gegen Mattersburg ähnlich torgeil wie zuletzt Bayerns Lewandowski gegen Wolfsburg.
    foto: apa/ krug

    Soriano war gegen Mattersburg ähnlich torgeil wie zuletzt Bayerns Lewandowski gegen Wolfsburg.

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