Schlepperboss angeblich in Tripolis ermordet

27. September 2015, 12:20
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Maskhout und seine acht Leibwächter wurden von Bewaffneten getötet – oder lebt er doch noch?

Tripolis/Rom – Die mutmaßliche Tötung eines libyschen Schlepperführers hat in Italien für Wirbel gesorgt. Das italienische Außenministerium wies am Samstagabend "kategorisch" Berichte zurück, italienische Spezialeinheiten könnten in die Kommandoaktion gegen Salah Al-Maskhout verwickelt gewesen sein.

Zuvor hatten libysche Medien berichtet, Maskhout und seine acht Leibwächter seien am Freitag am Stadtrand von Tripolis von Bewaffneten getötet worden. Der Präsident des international nicht anerkannten Parlaments in Tripolis, Nouri Abu Sahmain, hatte laut Medienberichten Italien daraufhin verdächtigt, in die Tat verwickelt zu sein. Es gab aber auch Berichte darüber, dass der ehemalige Offizier des libyschen Heeres noch lebe.

Maskhout gilt laut den Berichten als ein Schmugglerboss aus Zuwara westlich von Tripolis, wo Flüchtlinge in großer Zahl auf Booten in Richtung Europa ablegen. Allein in diesem Jahr kamen laut "Corriere della Sera" 130.000 Menschen von Libyen über das Mittelmeer nach Italien. Die Website "Migrant Report" meldete aber, mit Maskhout gesprochen zu haben. "Ich kann versichern, dass ich noch lebe", habe dieser gesagt.

In Libyen herrschen seit dem Sturz des langjährigen Machthabers Muammar al-Gaddafi im Herbst 2011 Chaos und Gewalt. Die Städte werden von rivalisierenden Milizen kontrolliert, während zwei Parlamente und Regierungen die Macht für sich beanspruchen. Die international anerkannten Volksvertreter haben ihren Sitz in Tobruk im Osten Libyens, die islamistische Gegenregierung und deren Parlament tagen in der Hauptstadt Tripolis. (APA, 26.9.2015)

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