Das neue Wohlbefinden der Anna Fenninger

25. September 2015, 17:37
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Salzburgerin trat erstmals nach ihrem Wickel mit dem Skiverband öffentlich auf und konzentriert sich auf die neue Saison

Wien – "Heute geht's mir wirklich gut", sagt Anna Fenninger. Der Sommer war turbulent. Die Differenzen des Salzburger Skistars mit dem Skiverband (ÖSV) zogen sich wochenlang hin. Offiziell ist wieder alles gut. "Ich bin froh", sagte Fenninger (26) am Freitag in Wien. Es war ihr erster öffentlicher Auftritt seit der vom ÖSV verkündeten Versöhnung Mitte Juni und seit Fenningers Trennung von Manager Klaus Kärcher vor knapp drei Wochen. "Das war ein langer Prozess", sagt Fenninger. Die Trennung sei nicht plötzlich gekommen, sie sei auch nicht einfach gewesen. "Die Ziele waren andere", sagt sie.

Kärcher hat die Trennung bisher nicht öffentlich kommentiert. Die Presseaussendung seiner Firma beinhaltete einen einzigen Satz: "Anna Fenninger und die Agentur Vitesse Kärcher GmbH haben sich im Interesse der weiteren sportlichen Laufbahn von Anna Fenninger einvernehmlich getrennt."

Wickel

Noch im Mai hatte die Salzburgerin in einer an die Öffentlichkeit gelangten E-Mail an den ÖSV betont, dass sie sich "niemals" von ihrem Manager trennen werde. Fenninger hatte damals sogar ihren Rücktritt angedroht. Der Beginn der Differenzen mit dem Skiverband. Es folgten eine Versöhnung, ein erneutes Zerwürfnis nach einer Werbekampagne Fenningers mit Mercedes (nicht vereinbar mit dem Ski-Partner Audi), ein Facebook-Posting der Olympiasiegerin, in dem sie ÖSV-Boss Peter Schröcksnadel anpatzte ("ein stolzer Tiroler, der die Hände nicht mehr runterbekommt") und die erneute Versöhnung. Fenninger wurde eine eigene Pressebetreuerin zur Seite gestellt, ein Betreuerteam hat sie zudem für sich. Bei Schröcksnadel soll sie sich entschuldigt haben. Einen neuen Manager hat Fenninger nicht. "Im Moment treffe ich sehr viele Entscheidungen selbst." Die Eigenverantwortung, die Unabhängigkeit sei ihr wichtig.

Schröcksnadel, der bei dem Pressetermin am Freitag nicht anwesend war, hatte Fenninger seine Unterstützung schon zuvor angeboten. Ein ÖSV-Athlet brauche keinen Manager, sagte der Tiroler kürzlich dem STANDARD. Man bekomme im Verband alles, was man benötige.

Neuer Sponsor

Was Fenninger auch gebraucht hat, war ein neuer Sponsor. Sie hat jetzt einen: Milka (Vierjahresvertrag). Das war keine Überraschung mehr. Darüber gemunkelt wurde schon lange. Die Kronen Zeitung machte es am Sonntag offiziell.

Fenninger ist froh, dass die turbulente Zeit hinter ihr liegt. Das Training im Sommer war ihr "die beste Ablenkung". Und der Winter ist ja nicht mehr weit. In vier Wochen steigt der Saisonauftakt in Sölden. Eine Saison ohne Weltmeisterschaft, ohne Olympische Spiele. Fenninger hat trotzdem Ziele. "Ich fahre Ski wegen der Leidenschaft, nicht wegen der Großereignisse."

Die zweifache Gesamtweltcup-Siegerin will "ihre Leistung abrufen, so viele Rennen wie möglich gewinnen". Bei 14 Siegen im Weltcup hält die dreimalige Goldmedaillengewinnerin bei Weltmeisterschaften im Moment. Ein Abfahrtssieg im Weltcup fehlt ihr immer noch. "Ein großes Ziel", sagt sie. Gut geht's ihr auch so schon. Sagt sie. (Birgit Riezinger, 25.9.2015)

  • Fenninger blickt zuversichtlich in die neue Saison.
    foto: apa/pfarrhofer

    Fenninger blickt zuversichtlich in die neue Saison.

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