Lohnverhandlungen: Regierung lässt Metallverarbeiter zappeln

25. September 2015, 16:58
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Versöhnliche Töne für Metallerlohnrunde

Wien – Dem Begehren der Arbeitgeber bei den Lohnverhandlungen für die 117.000 Arbeiter und Industrieangestellten der Maschinen- und Metallwarenindustrie kam die Regierung am Freitag demonstrativ nicht nach: Sowohl Arbeits- und Sozialminister Rudolf Hundstorfer (SPÖ) als auch Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner (ÖVP), lehnten es ab, die gewünschte Klarstellung zum Arbeitsmarktpaket vorzunehmen.

"Die Kollektivvertragsautonomie ist Sache der Sozialpartner", stellt ein Sprecher des Sozialministers klar. Man gehe davon aus, dass diese erhalten bleibt. "Die Politik mischt sich in Lohnverhandlungen nicht ein", heißt es auch im Büro des Vizekanzlers.

Versöhnlich gab sich auch Wirtschaftskammerpräsident Christoph Leitl. Es sei eine "Grundsatzfrage gestellt worden", sagte Leitl, kommentieren wollte er dies unter Verweis auf die "Kollektivvertragsautonomie" aber nicht. Da am 5. Oktober der nächste Verhandlungstermin anberaumt sei, könne von einem "Abbruch" der Verhandlungen aber ohnehin nicht die Rede sein.

Unterschiedliche Ansichten

In der Branche gehen die Meinungen über die Verhandlungstaktik des Fachverbands Maschinen/Metallwaren (FMMI) auseinander. Einige Arbeitgeber begrüßen, dass der FMMI artikuliert, dass für die unter Druck stehenden Metallverarbeiter die Belastungsgrenze erreicht ist.

Eingeschworene Wirtschaftskämmerer hingegen geißeln die "Verpolitisierung der Lohnrunde". "Weil die Politik die Klarstellung über die Inhalte des geplanten Arbeitsmarktpakets nicht geben wird", sagt einer, der nicht genannt werden will. Dass vier bis fünf Prozent höhere Arbeitskosten nicht akzeptabel seien, sei sowieso klar. Daher müsse man verhandeln. Stein des Anstoßes ist, wie berichtet, die im Koalitionspapier verankerte Einführung der sechsten Urlaubswoche für alle Dienstnehmer, auch wenn sie nicht 25 Jahre bei ein- und demselben Betrieb beschäftigt sind. (ung, 26.9.2015)

  • Die Regierung mischt sich nicht in die laufenden Lohnverhandlungen der Metaller ein. Im Bild ein Hochofen der Voestalpine in Linz.
    foto: apa/barbara gindl

    Die Regierung mischt sich nicht in die laufenden Lohnverhandlungen der Metaller ein. Im Bild ein Hochofen der Voestalpine in Linz.

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