Blaue fest im Griff der Korporierten

25. September 2015, 16:51
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Öllinger: Einfluss der "Burschis" innerhalb der FPÖ stark wie nie

Wien/Linz/Salzburg – In keiner Partei sind Burschenschafter und Mitglieder anderer schlagender Verbindungen so stark vertreten wie in der FPÖ. Wie stark, das hat sich das Team der Seite stopptdierechten.at nun auf Nationalratsebene sowie in den Landtagen und im EU-Parlament genau angesehen. Man listete jene Mitglieder, die öffentlich bekannt sind, auf. Die Verbindungen, die sich als Elitezirkel begreifen, halten sich über ihre Mitgliederzahlen nämlich bedeckt, was Fans der FPÖ, die auf blauen Seiten gerne Verschwörungstheorien spinnen, nicht zu stören scheint.

"Wir waren überrascht", sagt Karl Öllinger, ehemaliger Nationalrat der Grünen und Mitarbeiter von stopptdierechten.at, "ihr Einfluss in der FPÖ ist stark wie nie."

Vor allem die wichtigste und finanziell am besten ausgestattete Landesorganisation, die FPÖ Wien, ist wie auch der Nationalratsklub, wo fast die Hälfte aller Mandatare Verbindungen angehören, "eine Bastion der Burschenschafter": Von 27 Landtagsabgeordneten sind hier zwölf Burschenschafter. Auch im EU-Parlament sind zwei der vier Abgeordneten Verbindungsbrüder.

Straches Stütze

In Bundesländern wie Kärnten, der Steiermark, Oberösterreich oder Vorarlberg sind die "Burschis" deutlich in der Minderheit, dafür aber stets in Schlüsselpositionen. In Oberösterreich trifft dies auf Landesrat Manfred Haimbuchner, Klubobmann Günther Steinkellner und Klubdirektor Ferdinand Watschinger zu. Ein Burschenschafter als Hinterbänkler ist fast undenkbar. Der Chef der selbsternannten Partei des kleinen Mannes, Heinz-Christian Strache, setzt – anders als Haider, der, obwohl selbst ebenso Burschenschafter, die Verbindungen zurückdrängte – weiter voll auf diese Kreise. Das zeigt sich auch im Falle von Spaltungen wie zuletzt in Salzburg. Dort setzte Strache Andreas Schöppl, der Mitglied der akademischen Landsmannschaft der Salzburger zu Salzburg ist, im Juni an die Landesparteispitze. (cms, 25. 9. 2015)

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