Ankerbrot: Ostendorf und Nomos verkaufen Anteile

25. September 2015, 14:32
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Familie Ostendorf damit ganz bei Ankerbrot draußen – Peter Ostendorf wechselt vom Vorstand in den Aufsichtsrat – Neuer Chef: Andreas Schwarzenberger

Wien – Beim Traditionsbäcker Ankerbrot kommt es erneut zu Eigentumsveränderungen. Der bisherige Vorstand und Miteigentümer Peter Ostendorf verkauft seine Anteile an den Investor Erhard Grossnigg, der schon bisher mit seinen Firmen Mehrheitseigentümer war. Damit ist die Familie Ostendorf bei Ankerbrot endgültig draußen. Die Ostendorfs trennten sich bereits vor zwei Jahren von 45 Prozent der Anteile.

Auch der ehemalige Hofer-Chef Armin Burger, dem über seine Firma Nomos 7,4 Prozent an Ankerbrot gehörten, verkauft seine Anteile an Grossnigg. Damit gehören diesem über seine Firmen Austro Holding sowie grosso Holding in Summe 81,25 Prozent der Anteile. 18,75 Prozent hält die Bäckerei Ölz.

Schwarzenberger neuer Chef

Peter Ostendorf werde vom Vorstand in den Aufsichtsrat wechseln, gab das Unternehmen am Freitag in einer Aussendung bekannt. Neuer Chef bei Ankerbrot wird der 51-Jährige Andreas Schwarzenberger, Geschäftsführer von Grossniggs Austro Holding.

Ostendorf lenkte die Bäckerei 12 Jahre lang was ihm "bei allen Mühen und Schwierigkeiten" große Freude bereitet habe, heißt es laut Aussendung. "Wir haben neue Partner an Bord geholt, und für mich ist deshalb jetzt der ideale Moment zum Rückzug gekommen", so Ostendorf. Sein Vater, seine Mutter und sein Bruder hielten jeweils 15 Prozent an Ankerbrot, verkauften ihre Anteile aber bereits vor zwei Jahren.

Der Familie Ostendorf gehörte auch die deutsche Großbäckerei Müller-Brot mehrheitlich. Wegen massiver Hygienemängel musste die Produktion auf Anordnung der Lebensmittelaufsicht 2012 geschlossen werden, kurz darauf meldete Peter Ostendorfs Vater Klaus Insolvenz an. Ein Rückkauf der Firma scheiterte, seither gehört Müller-Brot der Tochter des Firmengründers, Eva Müller, und dem Münchner Bäcker Franz Höflinger. Peter Ostendorf selbst war bei Müller-Brot nie operativ tätig.

122 Millionen weniger Umsatz

2014 verbuchte Ankerbrot einen Umsatzrückgang von 122 Mio. auf 116 Mio. Euro. Das Unternehmen rutschte zudem mit rund 450.000 Euro in die Verlustzone. Als Grund dafür nannte Ostendorf kürzlich Einmaleffekte von rund 1 Mio. Euro, die das Ergebnis von plus 520.000 Euro ins Negative gedreht hätten. Konkret handle es sich dabei um die Schließung von 15 unrentablen Standorten sowie den Start einer Modernisierungsoffensive für alle Filialen, die zu zwei Drittel abgeschlossen sei, hieß es.

Ankerbrot beschäftigt rund 1.300 Mitarbeiter und hat derzeit 115 Standorte. Die Zahl der Filialen soll künftig wieder steigen. In Kürze soll eine Filiale in Bratislava aufmachen. Nach jahrelangen Verlusten sieht man das Unternehmen nun wieder auf Kurs. "Peter Ostendorf hat Ankerbrot souverän durch die wohl heikelste Phase der Unternehmensgeschichte gebracht. Wir freuen uns, dass er seine Expertise Ankerbrot in der Funktion als Aufsichtsrat auch weiterhin zur Verfügung stellen wird", meinte Erhard Grossnigg am Freitag. (APA, 25.9.2015)

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