Innenministerin Mikl-Leitner in Tirol: Gefeiert und angefeindet

Blog25. September 2015, 18:10
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Mikl-Leitner ermöglicht einen neuen Rettungshubschrauber für Tirol – Demonstranten forderten dennoch ihren Abflug

Tirols Landeshauptmann ist stolz, sein Vorarlberger Amtskollege erleichtert, der Gemeindeverbandspräsident soll jubeln, das Rote Kreuz dankt, höchstens der Verteidigungsminister könnte sich grämen, aber das ist ja jetzt auch egal: Die Innenministerin konnte einen "Anschlag auf die Bevölkerung des Westens" (Zitat ÖVP-Nationalratsabgeordneter Hermann Gahr) vereiteln. Dank ihrer bekommt Tirol nun nämlich doch einen Heli.

Der potenzielle Attentäter war Verteidigungsminister Gerald Klug (SPÖ), der bis Ende des Jahres den Hubschrauberstützpunkt im Tiroler Vomp auflassen möchte. Nach Ansicht einiger Politiker sowie auch des Landeschefs Günther Platter (ÖVP) sei dadurch Tirols Katastrophenschutz in Gefahr.

"Geld selten so gut angelegt"

Klug soll das allerdings nicht einsehen wollen, selbst den Bundespräsidenten habe Platter nach eigener Aussage bemüht – auch der war erfolglos. Retterin in der Not ist nun Johanna Mikl-Leitner (ÖVP): Tirol kauft einen neuen Hubschrauber, das Innenministerium kümmert sich um dessen Betrieb, wurde auf einer Pressekonferenz am Freitag stolz verkündet.

Das Land Tirol soll das zwischen zweieinhalb und vier Millionen Euro kosten. Dafür wird der Neo-Heli dann auch mit der Aufschrift "Land Tirol" und einem Wappen bedruckt. Der nun vom Verteidigungsministerium bald abgezogene Alt-Hubschrauber ist im Jahr 2014 rund 20-mal abgehoben, es stehen mehr als ein Dutzend nicht ausgelastete private Rettungshubschrauber in Tirol zur Verfügung, aber: "Der Katastrophenschutz ist eine staatliche Verpflichtung. Geld war selten so gut angelegt wie in diesem Fall", ist Platter überzeugt.

Demonstranten fordern Abreise

Nicht ganz so warm empfangen wurde Mikl-Leitner bei der zweiten Station ihres Tirol-Besuchs. Im Management Center Innsbruck (MCI) hielt sie am frühen Nachmittag einen Vortrag zum Thema "Sicherheit und Migration in Österreich". Vor der Fachhochschule wurde eine Kundgebung organisiert. Ihr Motto: "Flüchtlinge willkommen! Schleich di, Mikl-Leitner!"

Rund achtzig Menschen machten dort ihrem Ärger über die aktuelle Migrationspolitik Luft. Die Innenministerin kam zwar durch die Hintertür, bekam davon aber trotzdem Wind. Ein paar Demonstranten schafften es in den Saal und protestierten während ihrer Rede. (Katharina Mittelstaedt, 25.9.2015)

  • Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (im Bild mit Tirols Landeshauptmann Günther Platter nach Unwettern im Juni in Sellrain, beide ÖVP) besuchte am Freitag Tirol. Von Platter wurde sie mit Dank überhäuft, nicht ganz so warm wurde sie bei ihrer zweiten Station empfangen.
    foto: apa/expa/johann groder

    Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (im Bild mit Tirols Landeshauptmann Günther Platter nach Unwettern im Juni in Sellrain, beide ÖVP) besuchte am Freitag Tirol. Von Platter wurde sie mit Dank überhäuft, nicht ganz so warm wurde sie bei ihrer zweiten Station empfangen.

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