Sauerei

26. September 2015, 09:00
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Ist Politik ein schmutziges Geschäft? Der Eindruck entsteht. Wohin man schaut, eine Sauerei nach der anderen

Viele von uns waren erschrocken. Wo sonst Jennifer oder Chantal ihre Talente bewerben, blickte eine Fräulein-Rottenmeier-goes-Lederpeitsche vom Schirm. Voller Verachtung. "Johanna möchte dir zuschauen!", lautete die Nachricht, und gemeint war nicht die Jungfrau von Orleans.

Johanna Mikl-Leitner starrte auf der Erregungsplattform Youporn von einem Werbebanner einer Werbeeinschaltung der oberösterreichischen Piratenpartei. Um Überwachung im Netz ging es. Dem Youporn-Beauftragten des Innenministeriums war sofort klar, das kann nur eine Sauerei sein. Als solche bezeichnet man landläufig eine Unordnung. Sie leitet sich von der Gewohnheit der Schweine her, sich im Schmutz zu wälzen. Besonders strapaziert wird das Wort, wenn es ins verwandte Schweinische überführt wird.

Mikl-Leitner, heißt es, blieb cool, also im Sinne von kalt. So wie bei einem Grenzbesuch in Nickelsdorf. Sie ersuchte bloß, von der Verwendung ihres Konterfeis in diesem Zusammenhang Abstand zu nehmen. Ob Youporn unter ihrer Zeugschaft mehr oder weniger Verkehr generierte, ist nicht bekannt.

Eine andere Sauerei soll sich in England zugetragen haben. Der britische Premierminister David Cameron soll Schwein gehabt haben. Nicht im übertragenen Sinn und nicht zur Befriedigung seines Hungers. In einer über ihn verfassten Biografie wird behauptet, er hätte als Student seinen kleinen David in das Maul eines toten Schweines gesteckt. So ein Ferkel. (flu, 26.9.2015)

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    foto: dpa/bernd thissen
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