Novartis startet Medikamentenprogramm für arme Länder

25. September 2015, 09:58
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15 verschiedene Arzneien für Kenia, Äthiopien und Vietnam – Aktion soll auf 30 Länder ausgedehnt werden

Der Schweizer Pharmakonzern Novartis will Medikamente gegen weitverbreitete Krankheiten in armen Ländern leichter zugänglich machen. Das Unternehmen bietet in einem ersten Schritt Regierungen und Nichtregierungs-Organisationen in Kenia, Äthiopien und Vietnam insgesamt 15 seiner Arzneien zur Therapie von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, Atemwegserkrankungen und Brustkrebs an.

Die Behandlung soll einen Dollar pro Monat kosten, heißt es von Novartis. Abhängig von den Erfahrungen in diesen drei Staaten soll das Programm in den nächsten Jahren dann auf 30 Länder ausgedehnt werden.

Mehr chronische Erkrankungen

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat die Sorge geäußert, ob Entwicklungsländer die Zunahme chronischer Erkrankungen meistern können. Nach Daten der UN-Organisation sind 85 Prozent der vorzeitigen Todesfälle aufgrund dieser Krankheiten in diesen Ländern zu finden.

Vier Fünftel der weltweit 350 Millionen Diabetespatienten lebten in armen Staaten, und es wird geschätzt, dass in vielen afrikanischen Ländern mehr als 40 Prozent der Erwachsenen einen zu hohen Blutdruck haben.

Hohe Preise

Die Pharmabranche wird wegen hoher Arzneimittelpreise seit längerem kritisiert. Praktisch alle Hersteller haben Programme, bei denen sie Präparate in den Entwicklungsländern zum Teil deutlich günstiger abgeben als in den Industriestaaten.

So arbeitet der Schweizer Roche-Konzern seit Anfang dieses Jahres mit der Regierung der Elfenbeinküste zusammen, um Frauen aus armen Verhältnissen den Zugang zu Brustkrebs- und Hepatitis-Behandlungen zu ermöglichen. Für Aufsehen sorgte vor sechs Jahren GlaxoSmithKline, als der britische Pharmariese die Preise für viele seiner Arzneien in armen Ländern drastisch senkte.

Novartis will in den drei Start-Ländern Erfahrung sammeln, bevor das Programm auf andere Staaten ausgedehnt wird. Kenia, Äthiopien und Vietnam seien ausgewählt worden, weil es dort verschiedene große Hürden beim Zugang zu Medikamenten gebe, wie der Konzern aus Basel erklärte. (APA, 25.9.2015)

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