Fed-Chefin gibt deutliches Zeichen für Zinserhöhung

25. September 2015, 06:03
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Janet Yellen: Noch in diesem Jahr angemessen – US-Arbeitsmarkt muss sich verbessern

Washington – US-Notenbank Janet Yellen hat ein deutliches Signal für eine Zinserhöhung noch in diesem Jahr gegeben. Die Fed-Chefin sagte am Donnerstag, eine Zinserhöhung später im Jahr sei angemessen. Voraussetzung sei, dass sich der US-Arbeitsmarkt weiter verbessere und sich die Inflation auf eine Rate von zwei Prozent zubewege.

Erst vor einer Woche hatte die Fed die erwartete Abkehr von ihrer Nullzinspolitik verschoben. Damit löste sie Kursrückgänge an den internationalen Finanzmärkten aus.

Wenn die Wirtschaft überrascht

Yellen hielt an der Universität Amherst eine Vorlesung. Sie sagte, die meisten Mitglieder des Fed-Offenmarktausschusses, darunter sie selbst, gingen derzeit davon aus, dass ein Erreichen der Ziele für den Arbeitsmarkt und die Inflation zu einer Erhöhung der Zinsen führe – "gefolgt von einem schrittweisen Tempo des weiteren Anziehens". Sie fügte hinzu: "Wenn die Wirtschaft uns überrascht, werden wir unsere Urteile über eine angemessene Geldpolitik ändern."

"Wir können nicht sicher sein, wie rasch der Gegenwind für die Binnenwirtschaft nachlassen wird", sagte Yellen. Die jüngsten Entwicklungen der Weltwirtschaft und der Finanzmärkte unterstrichen die Gefahr, dass ein nachlassendes Auslandswachstum die US-Wirtschaft beeinträchtigen könne. Yellen sprach von "temporären Effekten" fallender Energiepreise, welche die Inflation mitverursachten.

Vor einer Woche hatte die Fed als Grund für das Beibehalten ihres Kurses eine schwächelnde chinesische Wirtschaft und Börsenturbulenzen angegeben. Sie ließ den Leitzins unverändert auf dem Rekordtief zwischen null und 0,25 Prozent.

Abbruch der Rede wegen Unwohlseins

Yellen brach die Rede an der Uni übrigens nach fast einer Stunde wegen Unwohlseins ab. Die 69-Jährige hustete, hielt inne und sagte dann zu ihrem Publikum in dem voll besetzten Hörsaal: "Lassen Sie mich hier aufhören."

Ein Fed-Sprecher sagte: "Präsidentin Yellen fühlte sich dehydriert am Ende einer langen Rede unter heller Beleuchtung." Sie sei in einer Vorsichtsmaßnahme von den Notfallmedizinern der Universität untersucht worden und habe dort anschließend ihr Abendprogramm fortgesetzt. (APA, 25.9.2015)

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