Vorfahren der Aborigines trafen in Australien wahrscheinlich auf riesige Echsen

24. September 2015, 17:41
52 Postings

Neuer Fund legt nahe, dass die ersten Menschen in Australien Zeitgenossen der damaligen Großwarane waren

Brisbane – Es ist erst wenige zehntausend Jahre her, da beherrschten in Australien gewaltige Echsen die Spitze der Nahrungskette. Die größte unter ihnen, der Riesenwaran Megalania (Varanus priscus), erreichte eine Länge von sieben Metern und ein Gewicht von mehr als 500 Kilogramm. Auch der Komodowaran (Varanus komodoensis), heute noch auf einigen der Kleinen Sundainseln Indonesiens zu finden, war damals auf dem australischen Kontinent zu Hause.

Wann genau diese "Drachen" in Australien ausstarben, war lange Zeit unklar. Daher ließ sich bisher auch kaum einschätzen, ob die ersten Menschen, die den Kontinent besiedelten, noch auf die schuppigen Giganten getroffen waren. Nun aber haben Paläontologen um Gilbert Price von der University of Queensland in Brisbane Knochenreste entdeckt, die darauf schließen lassen, dass Menschen und Riesenechsen tatsächlich Zeitgenossen waren.

Bislang jüngstes Riesenwaran-Fossil

Ein etwa einen Zentimeter großes Knöchelchen, das die Forscher in den Capricorn Caves im australischen Bundesstaat Queensland ausgegraben haben, lieferte den Beleg dafür, dass Megalania oder einer seiner Verwandten vor 50.000 Jahren in Australien noch existierte – zu einer Zeit also, als die Vorfahren der heutigen Aborigines bereits den Kontinent erobert hatten. Das bis dahin jüngste Megalania-Fossil ist etwa 80.000 Jahre alt.

Nach Ansicht von Price und seinen Kollegen zeigt die Radiokarbon- und Uran-Thorium-Datierung des Osteoderms – eines Knochen, der als Panzerung unter der Haut vieler Reptilien sitzt –, dass die Ureinwohner Australiens beim Aussterben von Megalania möglicherweise sogar ihre Finger im Spiel hatten. Price geht zumindest davon aus, dass "der Mensch eindeutig als potenzieller Faktor bei der Ausrottung der Echsen in Betracht gezogen werden kann." (red, 24.9.2015)

  • Der Komodowaran, heute nur mehr auf einigen der Kleinen Sundainseln Indonesiens zuhause, kam vor Jahrtausenden auch in Australien vor. Sein viel größerer Verwandter Megalania könnte noch existiert haben, als der Mensch Australien bereits erobert hatte.
    foto: reuters/beawiharta

    Der Komodowaran, heute nur mehr auf einigen der Kleinen Sundainseln Indonesiens zuhause, kam vor Jahrtausenden auch in Australien vor. Sein viel größerer Verwandter Megalania könnte noch existiert haben, als der Mensch Australien bereits erobert hatte.

  • Das 50.000 Jahre alte, nur einen Zentimeter große Osteoderm legt nahe, dass die ersten Besiedler Australiens noch mit den Riesenechsen zusammengetroffen sind.
    foto: gilbert price

    Das 50.000 Jahre alte, nur einen Zentimeter große Osteoderm legt nahe, dass die ersten Besiedler Australiens noch mit den Riesenechsen zusammengetroffen sind.

Share if you care.