Assistenzeinsatz für Pipsi

Kolumne30. September 2015, 13:31
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Was Pipsi von den neuen Assistenzsystemen hält, verrät schon ein wenig der Name. Nicht der vom System.

Das Piepsen beim Einlegen des Retourgangs lassen wir uns noch einreden. Es mag insbesondere Pkw mit Automatikgetriebe vor versehentlichem Rückwärtsfahren bewahren, etwa an der Kreuzung, wenn man fast am Einschlafen ist. Das leuchtet uns ein.

Bei Schlangenlinienwarn-, Notbrems-, Spurhalte- und Was-auch-immer-sonst-noch-Assistenzsystem hingegen wird es schwierig. Denn derlei elektronische Helfer kann man zwar (fast) alle ausschalten, der interessierte Laie fragt sich aber, wer sich so viele leisten mag. Unterstützung für talentierte Einparker, die nicht wissen, wie lang ihr Automobil ist – gekauft!

Breite Kiste

Die Nächstenliebe insinuierende Bezeichnung "Assistent" ist dennoch unpassend, denn sie sind potenzielle Fehlerquellen. Ja, sie bevormunden uns, verleiten zum Hirnausschalten. Am Ende wissen selbst fähige Lenker nicht mehr, wie breit ihre Kiste ist.

Wie das beim selbstfahrenden Auto einmal sein wird, wollen wir uns gar nicht vorstellen. Da kann der Fahrer zwar entspannt auf dem Ledersitz lümmeln, Ruhe wird er aber keine finden, weil es ununterbrochen irgendwo piepst. Wenn die Spur gewechselt wird, wenn der Roboter im Auto drängelt und den Abstand zum Vordermann nicht einhält – und so weiter.

Bei aller Fortschrittlichkeit: Völlig ausliefern werden sich wohl auch Technikfreaks nicht wollen. Unser langstreckentauglicher Mischlingshund Pipsi sowieso nicht. Der ist schon jetzt entnervt, schreckt aus dem Schlaf auf und bellt den Spurhalteassistenten an, wenn wir (zu) unruhig fahren. (Luise Ungerboeck, 31.10.2015)

  • Pipsi mag das Piepsen des Spurhalteassistenten nicht. Weil es so piepst.
    foto: apa

    Pipsi mag das Piepsen des Spurhalteassistenten nicht. Weil es so piepst.

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