Klimaerwärmung führt zu Männchen-Überhang bei Meeresschildkröten

26. September 2015, 20:46
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Höhere Sand-Temperaturen lässt weniger Weibchen aus Eiern schlüpfen – Fortpflanzung wird schwierig

Panama-Stadt – Die stete Aufheizung der Meere im Zuge des Klimawandels wirkt nicht nur auf Kleinlebewesen und Fische. Auch auf die Verbreitung größerer Wirbeltiere und Reptilien, die es eigentlich ganz gern warm haben, nehmen die Klimaveränderungen Einfluss. Aktuellen Untersuchungen zufolge führt die Erwärmung dazu, dass es immer mehr männliche Meeresschildkröten gibt. Setzt sich die Entwicklung fort, drohe sogar das Aussterben einiger Meeresschildkrötenarten, warnte Francisco Rillo von der Konvention zum Schutz wandernder wildlebender Tierarten (CMS) am Dienstag in Panama.

Bisher war die Zahl der aus den Eiern im Sand schlüpfenden Männchen und Weibchen etwa gleich groß. Mit der zunehmenden Erwärmung des Sandes in den Brutgebieten der Tiere sei jedoch die "natürliche Prädisposition" verändert worden. Somit gebe es inzwischen deutlich mehr Männchen als Weibchen, erklärte Rillo.

Fortpflanzung wird schwieriger

"Für die Männchen wird die Möglichkeit, ein Weibchen zu finden, damit immer geringer, und das wird Folgen für die Fortpflanzung haben", sagte der Experte. Das Phänomen ist nicht die einzige Bedrohung für Meeresschildkröten: Sie leiden bereits unter verschmutzten Stränden, Hotelbauten in Brutgebieten, Angriffen durch andere Arten und dem Diebstahl ihrer Eier durch Menschen, wie Rillo betonte. (APA/red, 26.9.2015)

  • Immer mehr männliche Meeresschildkröten werden geboren – die Entwicklung könnte das Aussterben der Reptilien beschleunigen.
    foto: apa/epa/made nagi

    Immer mehr männliche Meeresschildkröten werden geboren – die Entwicklung könnte das Aussterben der Reptilien beschleunigen.

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