Altpolitiker bilden Jungpolitiker aus

24. September 2015, 12:28
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Ex-Staatssekretäre und -Mandatare als Dozenten eines Master-Studienlehrgangs in Political Management

Wien – Altpolitiker fast aller Parteien haben sich zusammengefunden, um politischen Nachwuchs auszubilden. Die KMU Akademie und Management AG bietet gemeinsam mit der Londoner Middlesex University einen Studiengang zum Master of Science (MSc) in Political Management an. Als Dozenten fungieren dabei mehrere frühere Staatssekretäre und Mandatare.

Kranzl, Zierler, Finz und Gastinger als Vortragende

Vortragende sind unter anderen die frühere SPÖ-Staatssekretärin Christa Kranzl, die frühere FPÖ-Generalsekretärin und Abgeordnete Theresia Zierler und der ehemalige FPÖ-EU-Abgeordnete Hans Kronberger. Der frühere ÖVP-Staatssekretär Alfred Finz agiert in der KMU als Aufsichtsrat, die ehemalige Justizministerin Karin Gastinger ist zudem als Dozentin in einem Master-Studium in Public Administration tätig.

Dass keine aktiven Politiker als Dozenten engagiert wurden, bezeichnete Zierler bei der Präsentation des Studienprogramms am Donnerstag als bewusste Entscheidung. Man wolle die Parteipolitik heraushalten, sagte die jetzige Politikberaterin und Kommunikationstrainerin, die das Wiener Büro der KMU leitet und auch das Studien-Programm ausgearbeitet hat. Zu verschiedenen Veranstaltungen sollen aber aktive Politiker eingeladen werden.

Ziel des Studienganges ist es laut Unterlage, "die Grundlagen für eine Tätigkeit auf Ebene der Gemeinde, der Landtage, der nationalen und internationalen Parlamente – ob als Mandatar oder Mitarbeiter – zu schaffen". Zierler ergänzte, dass man sich nicht nur an politisch Interessierte, sondern auch an schon politisch Tätige wende. Da es sich um eine Management-Ausbildung handle, sei es auch hilfreich für Politiker, um nach der aktiven Karriere wieder Fuß fassen zu können.

Nötiges Handwerkzeug

Finz und auch Kronberger verwiesen darauf, dass man für praktisch jeden Beruf eine entsprechende Ausbildung brauche, für die Politik hingegen nicht. Deshalb wolle man jenen, die in die Politik gehen wollen, das nötige Handwerkszeug mitgeben.

Der Studiengang funktioniert virtuell auf Basis eines Fernstudiums. Über eine Internetplattform werden sowohl Vorlesungen als auch Skripten online angeboten und können überall und jederzeit heruntergeladen und abgerufen werden. Da die Studierenden auch selbst entscheiden, wann sie Arbeiten abliefern und zu Prüfungen antreten, ist die Ausbildung auch berufsbegleitend zu absolvieren. Zierler hob vor allem die Praxisbezogenheit hervor und betonte, dass die Studierenden an sogenannten Präsenztagen auch direkt mit den Dozenten sowie mit eingeladenen Experten aus der Praxis in Kontakt treten können. Das Studium dauert vier Semester (maximal sieben Jahre) und kostet knapp 15.000 Euro. Die Anmeldungen dafür starten ab 1. Oktober. (APA, 24.9.2015)

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