Jemen: Dutzende Tote bei Selbstmordanschlag

24. September 2015, 13:14
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Schiitische Muslime beim Morgengebet in der jemenitischen Hauptstadt Sanaa angegriffen

Sanaa – In Jemens Hauptstadt Sanaa sind bei einem Anschlag auf betende Muslime in einer Moschee am Donnerstag mindestens 25 Menschen getötet worden. Nach Angaben von Rettungskräften wurden dutzende weitere Menschen verletzt.

Der Angriff ereignete sich in der Balili-Moschee unweit der Polizeiakademie der Stadt, als die schiitischen Gläubigen anlässlich des islamischen Opferfests Eid al-Adha ihr Morgengebet verrichteten. Zeugen berichteten, zunächst habe es eine Explosion in der Moschee gegeben. Als die Gläubigen in Panik aus dem Gotteshaus rannten, habe sich am Eingang des Gebäudes ein Selbstmordattentäter in die Luft gesprengt. Ob auch die erste Explosion von einem Selbstmordattentäter stammte, war zunächst nicht klar.

Sanaa wird seit rund einem Jahr von den schiitischen Houthi-Rebellen kontrolliert. Seit einigen Monaten gibt es immer wieder schwere Angriffe auf schiitische Muslime in Gotteshäusern, zu denen sich die sunnitische Jihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) bekannte.

Anfang September waren bei einem Anschlag des IS auf eine Moschee in Sanaa mehr als 30 Menschen getötet und fast hundert weitere verletzt worden. Der IS, der große Gebiete im Irak und in Syrien kontrolliert, sieht Schiiten als Ketzer an.

Koalition gegen Houthi-Rebellen

Im Jemen geht derzeit eine arabische Militärkoalition gegen die Houthi-Rebellen vor. Ziel des Einsatzes ist es, die Hauptstadt Sanaa zurückzuerobern und den ins benachbarte Saudi-Arabien geflüchteten Präsidenten Abd Rabbo Mansur Hadi wieder an die Macht zu bringen. Hadi war nach sechs Monaten im saudi-arabischen Exil am Dienstag in die jemenitische Hafenstadt Aden zurückgekehrt.

Die Luftangriffe gegen die Rebellen hatten Ende März begonnen, Bodentruppen sind seit Juli im Einsatz. Die Unterstützung des von Saudi-Arabien angeführten Militärbündnisses ermöglichte es den Truppen von Präsident Hadi, die Houthi-Rebellen deutlich zurückzudrängen. Mitte Juli vertrieben sie die Miliz aus Aden.

Derzeit versucht das Bündnis, die aus dem Norden des Landes stammenden Aufständischen aus der ölreichen Provinz Marib im Südwesten des Landes zu vertreiben. In dem Konflikt wurden nach Angaben der Vereinten Nationen bereits etwa 5.000 Menschen getötet und 25.000 verletzt, unter ihnen zahlreiche Zivilisten. (APA, 24.9.2015)

  • Zerstörung in der Balili-Moschee nach einem Selbstmordanschlag.
    foto: ap photo/hani mohammed

    Zerstörung in der Balili-Moschee nach einem Selbstmordanschlag.

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