Mord und heimliche Liebe aus Norwegen: "Eyewitness – Die Augenzeugen" auf Arte

24. September 2015, 07:00
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Arte zeigt die Krimiserie in deutscher Erstausstrahlung

Oslo Wie alle guten Erzählungen beginnt auch diese mit einer Liebesgeschichte: mit Odin Waage als Henning und Axel Gehrken Bøyum als Philip. Zwei Burschen, die gerade entdecken, dass sie füreinander mehr als nur Freundschaft empfinden.

Mit dieser emotionalen Ebene bietet sich dem Zuschauer die Möglichkeit, den Handlungsstrang von einer neutralen Basis aus zu betreten, damit sich die Tragödie entsprechend aufbaut, wegen der die Fernsehserie Eyewitness – Die Augenzeugen viermal für den norwegischen Fernsehpreis "Goldener Bildschirm" nominiert wurde.

Und wie bei allen guten Krimis, geht es weiter mit einem oder mehreren Morden, um beim Genre zu bleiben.

© thomas ekström/nrk

Die Handlung der sechsteiligen Serie startet in der Kiesgrube eines kleinen Ortes, in der Hennings Vater eine Hütte hat. Schnell kommen eine Handvoll grimmiger, geheimnisvoller Charaktere hinzu, die in der – scheinbar verlassenen – Grube ihre Geschäfte erledigen wollen. Eins führt zum anderen, und am Ende liegen mehrere Leichen auf der Abbaustelle.

Philips Pflegemutter Helen Sikkeland (Anneke von der Lippe) – die für diese Rolle als beste weibliche Schauspielerin nominiert wurde – übernimmt die Ermittlungen in dem ungewöhnlichen Fall.

Und weil alle Erwachsenen sich mit der Aufgabe betraut sehen, dieses Verbrechen aufzuklären, merkt vorerst niemand, wie seltsam sich die Heranwachsenden benehmen: könnte ja auch an der Pubertät liegen.

Regisseur und Drehbuchautor Jarl Emsell Larsen hat es sich nicht nehmen lassen, dem Zuschauer einen leicht pikanten Einstieg in die Serie zu bieten, ohne ihm im weiteren Verlauf die Spannung zu nehmen oder aufdringlich zu wirken: Von der barfüßigen 15-Jährigen bis hin zur überforderten Karrieremami hat sich das Ensemble in Charaktervielfalt versucht.

© thomas ekström/nrk

Je mehr Hintergründe und Zusammenhänge zum Vorschein kommen, umso mehr Fragen scheinen sich aufzutun – sicherlich auch der Grund, weshalb der Zuschauer wohl Erleichterung verspürt, wenn am Donnerstag im Anschluss an den ersten Teil Tod in der Kiesgrube um 20.15 Uhr auch gleich der zweite und dritte Teil Der Bombenanschlag (ab 21.15 Uhr) und Der neue Ermittler (ab 22.15 Uhr) folgen.

Zweifelsohne ein Pflichttermin für anspruchsvolle "Tatort"-Fans und Krimi-Neueinsteiger. (Sandra Čapljak, 24.9.2015)

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