Ägypten beschafft Kriegsschiffe und Kampfhubschrauber

23. September 2015, 17:25
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Hollande und Sisi besiegeln Geschäft: 950 Millionen Euro für zwei Mistral-Schiffe

Paris/Kairo – Frankreich verkauft die beiden ursprünglich für Russland bestimmten Mistral-Kriegsschiffe nun nach Ägypten. Frankreichs Staatschef Francois Hollande und der ägyptische Präsident Abdel Fattah al-Sisi besiegelten das Geschäft in einem Telefonat, wie die französische Präsidentschaft am Mittwoch in Paris mitteilte. Als Kaufpreis wurden 950 Millionen Euro genannt.

Außerdem kauft Ägypten von Russland 50 Kampfhubschrauber vom Typ Ka-52 Alligator gekauft, meldete die Staatsagentur Tass am Mittwoch unter Berufung auf Militär- und Diplomatenkreise.

Verkauf an Russland geplatzt

Die beiden Kriegsschiffe hätten eigentlich an Russland geliefert werden sollen, wegen der Ukraine-Krise war der hoch umstrittene Milliarden-Deal aber geplatzt. Russland hatte die beiden Hubschrauberträger der Mistral-Klasse im Wert von rund 1,2 Milliarden Euro im Juni 2011 bei Frankreich bestellt. Wegen der Annexion der Halbinsel Krim durch Russland und des Verdachts, Moskau unterstütze die prorussischen Rebellen im Osten der Ukraine, setzte die französische Regierung die Lieferung des ersten Kriegsschiffes zunächst aus.

Anfang August einigten sich Hollande und der russische Präsident Wladimir Putin dann nach monatelangem Tauziehen darauf, das Rüstungsgeschäft abzublasen. Moskau erhielt rund eine Milliarde Euro zurück, die als Vorauszahlung geleistet oder für die Ausbildung russischer Matrosen ausgegeben worden war. Im Gegenzug bekam Frankreich das Recht, die bereits gebauten Kriegsschiffe an ein anderes Land zu verkaufen. Ägypten galt schon seit längerem als wahrscheinlichster Käufer.

199 Meter lang

Die Mistrals sind die zweitgrößten französischen Kriegsschiffe nach dem Flugzeugträger Charles de Gaulle. Französische Kriegsschiffe der Mistral-Klasse eignen sich unter anderem als schwimmende Kommandozentralen und zum Transport von Truppen und Ausrüstung. An Bord der zunächst von Russland bestellten Modelle befinden sich sechs Startplätze für bis zu 30 Hubschrauber, es ist Raum für 60 Fahrzeuge, 700 Soldaten und 200 Tonnen Munition. Zudem können eine Krankenstation und ein 800 Quadratmeter großes Stabsquartier mit 200 Arbeitsplätzen eingerichtet werden. Die 199 Meter langen Schiffe haben bei einer Geschwindigkeit von 15 Knoten (etwa 28 Stundenkilometern) eine Reichweite von rund 11.000 Seemeilen, also etwa 20.400 Kilometer. (red, APA, 23.9.2015)

  • Die Hubschrauberträger in der Werft von Saint-Nazaire.
    foto: reuters/stephane mahe

    Die Hubschrauberträger in der Werft von Saint-Nazaire.

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