Die Top-20-Reiseziele für Kreative

27. September 2015, 15:00
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Die "Young Urban Creatives" (Yuccies) sind angeblich die nächste Generation der Hipster. Und genauso wie diese zieht es auch sie in spezielle Biotope

Bärtige Hipster mit karierten Shirts sind von gestern. Eine neue Trendszene ist im Kommen: die Yuccies – Young Urban Creatives. Gut ausgebildete, erfolgsorientierte, kreative Menschen, die einen feinen Geschmack besitzen und die bestimmten Reisezielen den Vorzug geben, um direkt im Geschehen zu sein. Hier sind ihre Top-20-Destinationen, zusammengestellt von der Reisesuchmaschine Skyscanner.

foto: the baumwollspinnerei
Die Baumwollspinnerei in Leipzig

1. Plagwitz\Leipzig

Leipzig erlebt seit Jahren eine kulturelle Renaissance. Die ostdeutsche Stadt hat mit dem Stadtteil Plagwitz, einem alten Industriegebiet, eine europäische Yuccie-Hochburg vorzuweisen. Hier haben unzählige junge Start-upper ihren Sitz und stellen ihre Kunstwerke in Galerien, Kulturräumen sowie in ehemaligen verlassenen und nun zu Schauräumen umgebauten Bauwerken vor. Besuchen sollte man die Baumwollspinnerei, eine zum Kreativraum umgewandelte Baumwollfabrik.

foto: gnezdo restaurant
Das Gnezdo Restaurant in Belgrad

2. Savamala\Belgrad

Belgrad ist eine der Städte, die in den letzten Jahren ihren Platz in der (Kunst-)Welt zurück gewonnen haben. Trotz ihrer schwierigen Vergangenheit blickt die serbische Hauptstadt hoffnungsvoll in eine Zukunft voller Möglichkeiten und entwickelt sich immer mehr zu einem trendigen Urlaubsziel. Der Bezirk Savamale ist ein Paradebeispiel dieser schönen kulturellen Wiederbelebung; hier findet man einen Kunst-Workshop neben dem anderen und trifft auf der Straße auf junge Menschen, die sich gerne zu dem einen oder anderen Plausch hinreißen lassen, bevor sie in ihre neu gegründeten Unternehmen zurückkehren. Am besten schaut man während des Mikser festivals vorbei oder macht einen Abstecher zum "streng bio" geführten Gnezdo, einem hippie-chicen Restaurant.

foto: playtype store

3. Vesterbro\Kopenhagen

Wenn es um das Mitmachen bei neuen Trends geht, sind die Nordeuropäer meistens ganz vorne mit dabei. Ein absoluter Must-See-Ort für alle Yuccies: Kopenhagen. Die Dänen lieben ihre Fahrräder sowie Vintage-Cafés, in denen man so manche gemütliche Mittagspause verbringen kann, und sind obendrein viel in Buchläden und Kunstgalerien. Der Stadtteil Vesterbro ist der perfekte Ort für all das, vereint er doch die wundervolle Atmosphäre einer schönen nordischen Hauptstadt mit dem modernen Feeling der Internetgeneration – das perfekte Fleckchen für Yuccies. In Vestebro finden sich Restaurants und Bibliotheken, aber auch Designer-Geschäfte sowie -Boutiquen. Wer ein echtes Yuccie-Andenken mit nach Hause nehmen möchte, der schaut im Playtype vorbei.

foto: felixpakhuis
Das Felixpakhuis in Amsterdam

4. Eilandje/Antwerpen

Wer an Antwerpen und Trends denkt, dem kommt wohl zu allererst das Viertel Het Zuid in den Sinn, doch gibt es noch eine weitere Gegend, die sich in letzter Zeit als Ort des kreativen Ausdrucks in diesem kleinen Juwel von Flandern profiliert: Eilandje, das Areal rund um den alten Industriehafen, begeistert kreative Gemüter mit seinen Galerien und Restaurants. Das Symbol des Viertels: das MAS (Museum aan de Stroom) ist ein erstaunliches Stück Architektur am Wasser und stellt mehr als eine halbe Million Kunstwerke aus. Vor dem MAS befindet sich das Felixpakhuis, ein Restaurant mit minimalistischer Architektur und Vintage-Möbeln, das auch Ausstellungsflächen anbietet sowie regelmäßig Jazz-Konzerte hostet.

foto: thelostavocado.com

5. Hornstull/Stockholm

Die schwedische Hauptstadt bietet für jeden etwas: Vom Stadtteil Östermalm, in dem sich alle Metrosexuellen zuhause fühlen werden, bis hin zum Hipster-Bereich SoFo mit seinen unzähligen Vintage- und Designerläden. Das derzeit angesagteste Viertel ist jedoch Hornstull, südlich von Södermalm. Hier tummeln sich kreative, junge Menschen, gehen dem Leben und ihren Geschäften nach und knipsen alles regelmäßig ab, um es auf Instagram zu veröffentlichen. Waschechte Yuccies sieht man hier auch am Flohmarkt jeden Sonntag oder im Trädgården, dem heißesten Club der Stadt.

foto: job janssen & jan adriaans
Die Galerie Tent in Rotterdam

6. Witte de Withstraat/Rotterdam

Rotterdam ist dynamisch, weltoffen und sehr trendy; eine Stadt voller Reize, die den Vergleich mit Amsterdam nicht scheuen muss. Rund um die Witte de With Straße, das Herz der Künstlerwelt Rotterdams, finden sich Designer-Läden, Handwerksbetriebe, zeitgenössische Kunstgalerien und Avantgarde-Museen mit Stücken aus aller Welt, während Yuccies hier täglich entlangradeln. Am besten schaut man auf einen Besuch im Museum Boijmans Van Beuningen vorbei oder gönnt euch einen Pfefferminztee am Bazar, umgeben von den Lichtern der Galerien Witte de With und Tent.

foto: thelostavocado.com
Taiga: Raum für zeitgenössische Kunst in St. Petersburg

7. Newski Prospekt/St. Petersburg

St. Petersburg ist eine elegante Stadt und reich an Geschichte, sowie immer in der Lage, Tradition und Moderne auf Art und Weise zu vereinen. Die Stadt strotzt nur so vor Pracht und Herrlichkeit, bietet aber auch jede Menge Möglichkeit für Kreativität, etwa in Form zahlreicher Workshops und kreativer Zentren, die der jüngeren Generation Raum zum Ausleben ihrer Talente sowie aktueller Trends bieten. In der Gegend rund um Newski Prospekt reihen sich dabei nicht nur Geschäfte und Boutiquen aneinander, hier ist auch der perfekte Ort, um Ausschau nach den kreativ Schaffenden selbst zu halten, wie etwa im Taiga, ein Raum komplett für zeitgenössische Kunst nicht weit von der imposanten Hermitage.

foto: the breakfast club cafè
The Breakfast Club Café in London

8. Islington/London

Shoreditch mag zwar einer der geschichtsträchtigsten Stadtteile der englischen Kapitale sein, Yuccies findet man allerdings vor allem Islington. Hier, einem bis vor Kurzem eher unbedeutenden Viertel Londons, findet sich heute eine neue Generation Kreativer und Außenseiter, die auf dem Smartphone herumtippen, während sie Bio-Kaffee schlürfen und am Laptop arbeiten oder in ihrem Lieblings-Pub am öffentlichen Leben teilhaben. Vom "Mainstream" ist Islington dabei allerdings weit entfernt – der Stadtteil ist cool, aber überhaupt nicht versnobt, und bewahrt den Charakter des alten Viertels, der einem ein heimeliges Gefühl bereitet, während man zu Fuß durch die Buchhandlungen und Handwerks-Boutiquen spaziert oder im The Breakfast Club Cafè gemütlich bruncht.

foto: sf camerawork - san francisco
SF Camerawork, San Francisco

9. SoMa/San Francisco

Wer Start-up sagt, muss auch San Francisco sagen. Hier scheint sich der Nabel der Welt zu befinden, an jenem Ort, der weiß, wie mächtig die Talente eines Einzelnen sein können ("Silicon Valley"). SoMa, das Gebiet südlich der Market Street, ist der Yuccie-Bezirk schlechthin, in dem sich Technik- sowie Wirtschafts-affine Generation-Y-Mitglieder bemühen, neue App-Revolutionen zu schaffen oder ihre Unternehmen via sozialer Netzwerke erfolgreich zu machen. Am ehesten trifft man die Yuccies von San Francisco in den vielen Galerien und Museen der Stadt oder beim Fotografieren diverser Motive für ihre Instagram-Profile. Tipps: 111 Minna Gallery, SF Camerawork.

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Die Sternschanze in Hamburg

10. Sternschanze/Hamburg

Nicht nur Berlin gilt in Deutschland als lebendige, kosmopolitische Stadt, die offen für Veränderungen und eine neue, sprudelnden Kunstszene ist, auch Hamburg hätte eine Auszeichnung als super-trendige Stadt verdient. Schon seit Längerem scheint die norddeutsche Metropole talentierte, junge Kreative in Hülle und Fülle anzuziehen. Der Stadtteil Sternschanze ist dabei der Hauptschauplatz dieser kulturellen Explosion: Unabhängige Galerien, Boutiquen sowie Coworking-Räume, aber auch türkische Restaurants und Cafés mit Retro-Charme sind hier zu finden. Besuchstipp: das LUV für ein wenig stilechtes Shopping.

foto: al fresco restaurant
Restaurant Al Fresco, Mailand

11. Zona Tortona/Mailand

Die Expo in Mailand gilt zwar als Hauptindikator für aktuelle Trends, doch auch abseits der Messe tut sich hier so einiges in Sachen Mode und Kreativität. In Vierteln wie Brera oder Isola findet man moderne Kunsträume wie den Hangar Bicocca oder die Fondazione Prada, in denen täglich Scharen von Hipstern und "urbanen Kreativen" werken und schaffen. Die größte Zahl an Yuccies findet sich in Mailand allerdings in Tortona. Hier findet auch das beeindruckende Designevent Fuorisalone statt, während dessen in den zahlreichen Galerien, Wertstätten, Läden, Cafés und Restaurants coole kleinere und größere Veranstaltungen abgehalten werden. Wer hier ist, darf es sich auch auf keinen Fall entgehenlassen, das brandneue Mudec (Museum der Kulturen) zu besuchen und danach im Al Fresco Essen zu gehen. Das Restaurant befindet sich in einem alten Industriegebäude und bietet einen geheimen Garten im Herzen Mailands.

foto: the woodstock exchange
Das The Woodstock Exchange ist dabei der perfekte Ort, mit anderen Yuccies in Kontakt zu treten.

12. Woodstock/Kapstadt

Das beliebte Viertel Woodstock in Kapstadt hat sich in jüngster Vergangenheit zu einem bevorzugten Ort für Künstler entwickelt, die vor allem in unabhängigen Galerien ausstellen und sich ihre ganz persönlichen Träume von kreativen Unternehmen erfüllen. Viele bezeichnen Woodstock heute als Paradies für Hippies, allerdings öffnet es sich auch der modernen Internetkultur. Viele Firmen und Privatpersonen sind heutzutage willens, in diese Bereiche zu investieren, und beleben somit die künstlerische Gemeinde der Stadt. Das The Woodstock Exchange ist dabei der perfekte Ort, mit anderen Yuccies in Kontakt zu treten. Als Kombination aus Kunstgalerie, Coworking-Raum und Ideenschmiede ist es der ideale Fleck, um eigene Projekte ins Leben zu rufen.

foto: thinkstock.com
Greenpoint, New York

13. Greenpoint/New York

New York galt lange Zeit als das Mekka der Hipster, wurde in jüngter Zeit aber auch zur Heimat der Yuccie-Szene. Die meisten unter diesen jungen Kreativen sind Social-Media-Manager, gesellschaftliche Außenseiter und aufstrebende Künstler, die einmal pro Woche zum Yoga gehen, ein voll ausgerüstetes Fahrrad fahren, ihr Smartphone stets geladen wissen, und täglich in stylishen kleinen Cafés frühstücken, um sich selbst ein Gefühl von Zugehörigkeit zu verschaffen. Sie leben vorzugsweise in Brooklyn, so wie auch ihre Hipster-Kollegen, am besten in Greenpoint/Williamsburg. Das chillige Five Leaves sollte hier unbedingt besucht werden und bietet sich für Geschäftsessen genauso an wie für entspannte Brunches.

foto: chou restaurant
Restaurant Chou in São Paulo

14. Vila Madalena/São Paulo

Wandmalereien und Graffiti, kleine Galerien, Bibliotheken, Kulturzentren und schicke Restaurants wirken im Stadtteil Vila Madalena in São Paulo wie Honig auf Yuccies. Die Brasilianer sind Yuccies wie überall sonst, aber mit noch mehr Elan, mit geradezu ansteckender Energie, die alles möglich zu machen scheint. Wenn man in der Gegend ist, sollte man auf jeden Fall in einigen der kleinen Boutiquen und Handwerksbetriebe haltmachen, bevor man im CHOU eine kleine Essenspause einlegt mit frischen Zutaten, Bio-Lebensmitteln, entspannter Atmosphäre und viel Grün ringsum.

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Cihangir in Istanbul

15. Cihangir/Istanbul

Viele der jungen Kreativen in Istanbul sind einfach cool drauf, viele zählen eindeutig zur Yuccie-Szene und residieren vor allem im Herzen der Stadt, wo sie auch ihre eigenen Start-ups und Unternehmen gründen. Cihangir ist hierbei die bevorzugte Nachbarschaft, bietet das Viertel doch mehr als genug Inspiration, täglich Neues zu schaffen: Schöne Architektur, die auf moderne Infrastruktur trifft, Heimat aufstrebender Designer-Boutiquen und eleganter Clubs. Am besten macht man Halt im Journey, wo man neben hausgemachter Gerichte, Musik internationaler DJs serviert bekommt.

foto: yvonnik-martin-lalexandre
La Sucrière in Lyon

16. La Confluence/Lyon

Lyon gewinnt einen Ehrenplatz in der Rangliste der Städte für Yuccies – sowohl für seinen städtischen Charakter wie auch für seine große kulturelle Vitalität und modernen Trends. Das Zentrum der angesagten Kultur ist das alte Industriegebiet der Stadt, das in den letzten Jahren zu Kunsträumen und einem Öko-Viertel umgebaut wurde. Hier sprießen stetig neue Galerien, Werkstätten und Kulturzentren aus dem Boden, in denen die Ideen junger Talente Gestalt annehmen. Die Sucriére, eine einstige, große Zuckerfabrik, ist jetzt ein großes Kreativzentrum auf vier Ebenen, das Ausstellungen, Veranstaltungen, Workshops sowie die berühmte Biennale für zeitgenössische Kunst beherbergt.

foto: montse capella
Sant Antoni in Barcelona

17. Sant Antoni/Barcelona

Während Gracia weiterhin als Zentrum der Vintage-Hipster-Kultur Barcelonas gilt, hat sich Sant Antoni eindeutig das Yuccie-Fieber eingefangen: Die kreative Jugend hat das Viertel übernommen und eröffnet hier ihre eigenen Läden und Unternehmen. Besucher sollten sich auf keinen Fall einen Abstecher ins Café Tarannà entgehen lassen, bei dem man leckere Tapas genießen und sich den einen oder anderen Drink gönnen kann.

18. Alexandria/Sydney

Australien ist einer jener Orte weltweit, an denen sich Yuccies ohne große Mühe finden lassen. Futuristische Städte, schöne Landschaften und viele kreative Räume, in denen sie ihre Talente zum Ausdruck bringen können, bieten hierfür das ideale Ambiente. Sydney ist sehr modern und seine Kunstszene gehört zu den interessantesten der Welt. Zahlreiche Zentren, die sich der zeitgenössischen Kunst widmen, Avantgarde-Museen sowie eine gewisse Affinität zu modernen Technologien sind in der Stadt omnipräsent. Vor allem der Stadtteil Alexandria ist heute eine wahre Fundgrube für kreative Energien, mit seinen vielen chicen Cafés, wie etwa dem The Grounds, trendigen Designer-Läden, gut geführten Bio-Lebensmittelgeschäften sowie der dort herrschenden entspannten Atmosphäre.

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Das Ofr in Tokio: Mischung aus Galerie, Café und Buchladen

19. Nakameguro/Tokio

Es ist nicht schwer, sich vorzustellen, wie Yuccies täglich durch die Straßen Tokios pilgern: Die professionellen "urbanen Kreativen" sind hier zu Hauf zu finden – die chicen Außenseiter, hippen Unternehmer und coolen Instagrammer mit ihren mehr oder minder erfolgreichen Start-ups. Besonders beliebt unter Yuccies ist das Viertel Nakameguro – hier lebt man entspannter als in anderen Teilen der japanischen Superstadt, radelt gemütlich umher oder besucht die lokalen Coffeeshops und Vintage-Läden, inklusive der zahlreichen Second-Hand-Shops, die hier bis spät abends geöffnet haben. Besucher sollten unbedingt beim Ofr vorbeischauen, einer Mischung aus Kunstgalerie, Café und Buchladen.

foto: ghaf kitchen
Restaurant Ghaf Kitchen in Dubai

20. Design District (d3)/Dubai

Gibt es irgendwo einen neuen Trend, dann ist Dubai garantiert unter den ersten Städten, die diesen aufgreifen und auf die Spitze treiben. Nicht nur Luxushotels und Hochhäuser, die nach den Sterne greifen, hat die Stadt zu bieten, sie möchte zudem als der größte Kunst-Hub der Welt gelten. Der Design district, oder d3, steckt somit gerade mitten in den Vorbereitungen zur EXPO 2020, bei der das kreative Potenzial junger Talentierter mit jenem großer internationaler Unternehmen vereint werden soll. Der Stadtteil bietet heute bereits zahlreiche Galerien, Kunstschmieden, Werkstätten sowie Boutiquen und soll bald zum "angesagtesten Viertel der Welt" werden. Vorbeischauen sollte man im Ghaf Kitchen. (red, 27.9.2015)

Die Auswahl wurde zusammengestellt von der Reisesuchmaschine Skyscanner.

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