Orangenhaut: Kampf den unliebsamen Dellen

23. September 2015, 13:56
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Produkte gegen Cellulite gibt es viele – am wirksamsten ist aber die Überwindung des inneren Schweinehunds in Richtung Sport

Regensburg – Etwas 80 Prozent aller Frauen über 30 Jahren haben Cellulite. Männer sind nur selten davon betroffen, da die männlichen Haut anders aufgebaut ist. Die Stränge des weiblichen Bindegewebes in der Haut ist feiner, aber auch grobmaschiger geknüpft als bei Männern. Dadurch wird bei einer Schwangerschaft die erforderliche Dehnung des Gewebes ermöglicht. Durch diese groben Maschen des Bindegewebes können sich bei Frauen auch die Fettzellen nach außen durchwölben und kleine Kuppen bilden. Verstärkt wird dieser Prozess durch die Fähigkeit weiblicher Fettzellen, sich bis zum Zehnfachen ihres Volumens aufzublähen. Dies führt dazu, dass auch Wasser in die betroffenen Hautpartien eingelagert wird.

Cellulite zeigt sich hauptsächlich auf Oberschenkel, Po und Bauch. Ein charakteristisches Merkmal ist die Dellenbildung an der Hautoberfläche, die je nach Schweregrad als sichtbares Hautbild hervortritt und der Oberfläche einer Orange ähnelt. Im Kampf gegen diese unliebsame dermatologische Erscheinungsbild wird eine Vielzahl an – zum Teil sehr kostspieligen – Wundermitteln angeboten. Etwa Laserbehandlungen, spezielle Cremes, Salben, Tinkturen, in Chemikalien getränkte Wirkstoff-Strumpfhosen oder Roll- und Massagegeräte, die der Haut neue Spannkraft verleihen sollen.

Das Übel an der Wurzel packen

Übergewicht und falsche Ernährung zählen zu den Hauptursachen für Orangenhaut im Bereich der Hüften und Schenkel. Bewegungsmangel, Stress, Rauchen und die Antibabypille verschärfen das Problem zusätzlich. Hinzu kommt noch, dass Cellulite bis zu einem gewissen Grad auch vererbbar ist.

Rollgeräte und Cremes haben bestenfalls unterstützende Wirkung gegen Cellulite, betonen Experten des deutschen Online-Dienstes obx-medizindirekt. Einfache Massagen der betroffenen Hautpartien mit einem Massagehandschuh leisten den gleichen Dienst wie teure Roller oder Salben. Dadurch wird die Durchblutung, die Sauerstoffaufnahme und den Abtransport von Stoffwechselprodukten, die ins Bindegewebe eingelagert wurden, gefördert.

Sport strafft die Haut

Wer Cellulite wirksam bekämpfen will, muss die eigentlichen Ursachen – Übergewicht und Bewegungsmangel – ins Visier nehmen. Demnach ist Sport die wichtigste Therapie gegen Cellulite. Er steigert die Durchblutung, hilft das Fett abzubauen, kräftigt die Muskulatur in den Problemzonen und strafft die Haut.

Bei der Ernährung heißt es: Wenig Fett, Zucker und Salz. Zucker bewirkt eine erhöhte Insulinausschüttung, die wiederum den Fettaufbau in der Haut verstärkt und die Fettverbrennung mindert. Salz begünstigt hingegen die Wassereinlagerung im Gewebe.

Empfohlen werden Nahrungsmittel mit einem hohen Gehalt an Kalium, Zink, Kupfer und Selen, die eher die Entwässerung fördern. Reich an Kalium sind Kartoffeln, Spinat, Bananen und Forelle. Gegen den Durst: Wasser trinken. Flüssigkeit hilft überflüssige Stoffwechselprodukte ausschwemmen. Von totalen Fasten- oder Hungerkuren raten Experten ab. (red, 23.9.2015)

  • Sport ist die wirksamste Therapie gegen Cellulite.
    foto: apa/dpa/christoph schmidt

    Sport ist die wirksamste Therapie gegen Cellulite.

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