Erdoğan kommt erneut zu Wahlkampfauftritt nach Deutschland

23. September 2015, 11:50
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Auftritte mehrerer türkischer Parteichefs in europäischen Staaten geplant – Chef der CHP besucht Österreich

Istanbul/Berlin – Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan kommt noch vor der türkischen Parlamentswahl Anfang November zu einer Kundgebung nach Deutschland. Auch Auftritte in Frankreich und in Belgien sind geplant, sagte Erdoğan am Dienstagabend in dem Fernsehsender Kanal 7. Über einen Österreich-Besuch gebe es bisher keine Informationen, hieß es auf Nachfrage.

Ort und Zeitpunkt seines Besuchs in Deutschland nannte Erdoğan nicht. Auch Ministerpräsident Ahmet Davutoglu und führende Oppositionspolitiker planen Wahlkampfauftritte in Deutschland, wo rund die Hälfte der 2,8 Millionen türkischen Auslandswähler lebt.

CHP-Chef Kılıçdaroğlu auch in Österreich

Kemal Kılıçdaroğlu, der Vorsitzende der säkularistischen Partei CHP, besucht in den kommenden Tagen gleich mehrere deutsche Städte und macht auch in Österreich, der Schweiz, Belgien und den Niederlanden Station. Am Sonntag reist Selahattin Demirtaş, Chef der Kurdenpartei HDP, zu einer Wahlkampfkundgebung nach Hamburg.

Regierungschef Davutoglu plant am 3. Oktober einen Wahlkampfauftritt in Düsseldorf. Erdogan, der von Amts wegen zur parteipolitischen Neutralität verpflichtet ist und dennoch für die Regierungspartei AKP wirbt, wird zudem am 4. Oktober bei einer Veranstaltung in Straßburg erwartet.

90.000 Wahlberechtigte in Österreich

Im vergangenen Jahr war Erdoğan – damals noch Ministerpräsident – im Präsidentschaftswahlkampf auch in Wien vor hier lebenden Türken aufgetreten. Die Türken im Ausland können vom 8. bis zum 25. Oktober ihre Stimme für die Neuwahl des Parlaments am 1. November abgeben.

Rund die Hälfte der 2,8 Millionen türkischen Auslandswähler leben in Deutschland. In Österreich leben mehr als 114.000 türkische Staatsbürger, rund 90.000 sind in der Türkei wahlberechtigt. Die Neuwahl war nötig geworden, weil die Parteien nach der regulären Wahl im Juni keine mehrheitsfähige Regierung bilden konnten. (APA, 23.9.2015)

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