Big/Brave haben den Blues in einer Welt voller Ruinen

25. September 2015, 09:36
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Das kanadische Trio hat das Album "Au De La" veröffentlicht

Möglicherweise fühlt man sich nach dem Album Au De La des kanadischen Trios Big/Brave erleichtert, vielleicht sogar ein kleines bisschen befreit. Gut fühlt man sich sicher nicht. Die Band aus Montreal ist zumindest künstlerisch nicht so gut drauf. Sie hämmert ihren Soundtrack für den Weltschmerz in weltfernen Werwolfsgegenden, in denen es das halbe Jahr dunkel ist, zum einen ziemlich brutal mit Gitarre, Bass und Schlagzeug herunter. Sängerin Robin Watte mag zwar eine leicht quietschige Stimme haben, das wirkt aber im Verhältnis zur an die brutalen Zeitlupenstudien der frühen Swans um Michael Gira erinnernden Musik auch recht hübsch verstörend.

southern lord records

Auf Stücken wie Look At How The World Has Made A Change, das dann locker über die Zehnminutengrenze schießt, lässt man sich dafür mit einem gut sechsminütigen Geisterbeschwörungsintro genügend Zeit, um die Dringlichkeit von Big/Brave mit dem Hinauszögern des Schlagzeugeinsatzes zu unterstreichen. Dann fährt man allerdings erlöst im Viervierteltakt bei mittlerem Tempo in den Höllenschlund.

Produziert hat das aus Montreal stammende Trio Efrim Menuck von Constellation Records und Godspeed You! Black Emperor. Es tun sich also zur musikalischen Härte auch weite Klangräume auf, in denen man die strengen Bluesvorgaben zwischen Noise, Feedback, Entschleunigung und Dreck minimalistisch variieren kann. (schach, Rondo, 25.9.2015)

  • Big/Brave – Au De La (Southern Lord)
    cover: southern lord

    Big/Brave – Au De La (Southern Lord)

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