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"Forschung ist kein Skirennen"

23. September 2015, 11:32

FH OÖ-Student Konstantin Krismer ist Bioinformatiker am Massachusetts Institute of Technology (MIT). Er erzählt über Leben und Forschung zwischen Hagenberg und Boston.

Was begeistert Sie so am MIT? Sie absolvierten dort schon während des Bachelorstudiums Medizin- und Bioinformatik Ihr Praktikum und jetzt im Master ein Forschungssemester.

Ich war dazwischen ein Jahr in Österreich, gearbeitet habe ich aber ununterbrochen für das Labor von Michael Yaffe im Koch Institute for Integrative Cancer Research. Als Bioinformatiker kann man seine Arbeit nämlich von überall aus verrichten – eine gute Internetverbindung vorausgesetzt.

Woran forschten Sie?

An der Entwicklung bioinformatischer Methoden zur Analyse von Genexpressionsdaten mit Fokus auf RNA-Bindungsproteinen. Das Koch Institute ist MITs Krebsbiologieabteilung, und die Leute hier sind besonders an RNA-Bindungsproteinen interessiert, die bei der molekularen Antwort auf DNA-Schäden ihre Finger im Spiel haben.

Was macht die Biomedizinische Informatik für Sie so faszinierend?

Man bedient sich Methoden der Informatik und Statistik, um Probleme in der Biologie, etwa der Krebsbiologie, in Angriff zu nehmen. Das ist ein Grund, warum ich die Arbeit als Informatiker unter BiologInnen so spannend finde.

Wie sind die Reaktionen, wenn Sie erzählen, dass Sie aus Österreich kommen?

That’s awesome, I love kangaroos! Die Reaktion ist in Boston aber selten – leider, ich bin gern Australier. Am Institut hier ist man als Österreicher nicht wahnsinnig exotisch. Im Labor nebenan arbeitet ein Post-Doc aus Wien, auch unter den Fakultätsmitgliedern ist Österreich vertreten. Wobei das komisch klingt, vertreten. Hier vertritt ja niemand Österreich. Forschung ist kein Skirennen.

Sie schließen demnächst Ihr Studium ab. Welche Zukunftspläne haben Sie?

Das Studium hier gefällt mir ausgesprochen gut. Die Forschungsprojekte im Labor sind spannend, dadurch bekommt die Arbeit einen anderen Charakter. Ein ähnliches Umfeld wünsche ich mir auch weiterhin. Um in der Forschung zu bleiben, scheint ein PhD unumgänglich zu sein.

Mehr zu Auslandssemestern und Auslandspraktika sowie zur internationalen Ausrichtung von Studiengängen an der FH OÖ unter: www.fh-ooe.at/international

  • Der Salzburger Konstantin Krismer ist Student der Medizin- und Bioinformatik und forschte am Koch Institute for Integrative Cancer Research.
    foto: privat

    Der Salzburger Konstantin Krismer ist Student der Medizin- und Bioinformatik und forschte am Koch Institute for Integrative Cancer Research.

  • Das interdisziplinäre Gebiet zwischen Life Sciences, Statistik und Informatik zählt zu den heißesten Forschungsfeldern, sagt Krismer.
    foto: privat

    Das interdisziplinäre Gebiet zwischen Life Sciences, Statistik und Informatik zählt zu den heißesten Forschungsfeldern, sagt Krismer.

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