Psychische Störung: Forscher suchen Geschwister Betroffener

23. September 2015, 10:43
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Forscher wollen klären, welche Rolle die emotionale Kompetenz bei psychischen Erkrankungen wie Schizophrenie oder der bipolaren affektiven Störung hat

Innsbruck – Für ein Forschungsprojekt suchen Innsbrucker Wissenschafter gesunde Geschwister von Menschen, die von einer bipolaren affektiven Störung betroffen sind. In der Studie wollen die Experten klären, welche Rolle emotionale Kompetenz bei derartigen psychischen Erkrankungen hat. Dies sei weltweit bisher nicht vergleichend und gebündelt untersucht worden, heißt es von Seiten der Forscher.

Emotionale Kompetenz meint die Fähigkeit, eigene Gefühle und jene anderer zu erkennen sowie mit diesen umzugehen. "Mögliche Beeinträchtigungen emotionaler Kompetenz könnten als Frühwarnsystem für schizophrene und bipolare affektive Störungen eingesetzt werden", erklären die Wissenschafter Alex Hofer und Wolfgang Fleischhacker.

Bisher weisen den Forschern zufolge einige wenige Studien darauf hin, dass Schizophreniekranke und Patienten mit bipolaren affektiven Störungen unter anderem aufgrund beeinträchtigter Botenstoffe – sogenannter Neurotransmitter – Probleme im Umgang mit Emotionen haben können. An schizophrenen und bipolaren affektiven Störungen leidet weltweit jeweils etwa ein Prozent der Bevölkerung. In Österreich sind 160.000 Menschen betroffen. Die Studie läuft bis 2016. Sie wird vom österreichischen Wissenschaftsfonds (FWF) gefördert. (APA, 23.9.2015)

Details zur Studie:

Gesucht werden 30 gesunde Geschwister Betroffener im Alter zwischen 18 und 65 Jahren. Die Teilnahme an der Studie ist anonym.

Interessierte können mit dem Department für Psychiatrie und Psychotherapie an der Universitätsklinik Innsbruck zwischen 8.00 und 16.00 Uhr (+43/512/504/81533) oder unter der Mailadresse beatrice.frajo-apor@tirol-kliniken.at Kontakt aufnehmen.

Die Gesamtdauer der Untersuchung beträgt rund drei Stunden. In der Regel seien dafür ein bis zwei Termine notwendig. Alle personenbezogenen Angaben unterliegen dem Datenschutz und werden anonymisiert bearbeitet.

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