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Der Klick mit dem Blick

23. September 2015, 11:49

Tastatur und Touchpad sind für die meisten selbstverständlich. Wer körperlich eingeschränkt ist, muss sich oft anders behelfen. Studierende in Hagenberg testeten Alternativen.

Mirjam Augstein lehrt und forscht im Studiengang Kommunikation, Wissen, Medien am FH OÖ Campus Hagenberg. Ihr besonderes Interesse gilt der Schnittstelle zwischen Mensch und Software. Sie weiß: "Gerade für Menschen mit bestimmten Einschränkungen ist die Bedienung eines Computers mit herkömmlichen Interaktionsmethoden eine Herausforderung oder schlicht nicht möglich."

Augensteuerung ist eine Alternative. Aber erst in letzter Zeit kamen vermehrt kostengünstigere Geräte auf den Markt. Das Unternehmen LIFEtool beauftragte Augstein zu untersuchen, wie gut Menschen mit Beeinträchtigung unterschiedliche Hardware zur Augensteuerung bedienen können. Damit startete das Projekt "V(i).t.a.l", bei dem Studierende eine Analysesoftware für Augensteuerung entwickelten und auch wissenschaftlich evaluierten.

Softwareprojekt mit sozialem Kern

Praxisprojekte sind fixer Bestandteil des FH-Studiums. Für "V(i).t.a.l" wurde ein interdisziplinäres Team aus zehn Studierenden der Studiengänge Kommunikation, Wissen, Medien und Software Engineering zusammengestellt. Dabei spielten sozialwissenschaftliche und technische Kompetenzen sowie Interesse an zielgruppenorientierter Arbeit eine Rolle.

Die Augensteuerungen, die z. B. die Registrierung von Blickrichtung und Verweildauer ermöglichen, sollten in drei Kategorien getestet werden: Windows-Bedienung, Schreiben, Spielen – jene Computertätigkeiten, die Menschen, die Beratung bei LIFEtool suchen, als die wichtigsten nannten. Dafür wurde eine Software entwickelt, die es ermöglicht, den Computer per Blick zu bedienen und dabei die Trefferquote und -genauigkeit bei der Bedienung zu messen.

Mittels einer zusätzlich entwickelten Spieleanwendung konnte u. a. beurteilt werden, ob jeder Bereich des Bildschirms gleich gut fokussiert werden kann. Beim Tag der offenen Tür der FH testeten BesucherInnen die verschiedenen Geräte sowie die im Projekt entwickelte Software.

Benutzer geben Feedback

Natürlich probierte auch die Zielgruppe die Geräte aus. Dazu mussten die Studierenden nicht weit reisen – die EDV-Werkstätte Hagenberg des Diakoniewerks Gallneukirchen befindet sich nur wenige Gehminuten von der FH entfernt im IT-Center des Softwareparks Hagenberg. Zwölf Menschen mit Beeinträchtigung haben dort einen Arbeitsplatz.

"Die Motivation, Ideen für Menschen mit Beeinträchtigung zu entwickeln, zum Teil direkt mit ihnen zu forschen, ist für alle Seiten sehr bereichernd", sagt Thomas Burger von LIFEtool. Und das FH-Projektteam pflichtet bei: "Nicht jedes Projekt bietet solche Chancen", meint etwa die Studentin Victoria Rammer.

Mehr zur Forschung am FH OÖ Campus Hagenberg: www.fh-ooe.at/forschung

  • Die Evaluierung von Möglichkeiten, den Computer per Augensteuerung zu bedienen, war Ziel eines Studierendenprojekts der FH OÖ.
    foto: lifetool

    Die Evaluierung von Möglichkeiten, den Computer per Augensteuerung zu bedienen, war Ziel eines Studierendenprojekts der FH OÖ.

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