Pakesch kann mit der steirischen Kulturpolitik "nichts mehr anfangen"

22. September 2015, 10:49
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Ex-Chef des Grazer Universalmuseums Joanneum wirft Kulturpolitik Populismus vor: "Es ist im Endeffekt egal, was gezeigt wird. Hauptsache, es bringt Quote."

Graz/Wien – Der Ex-Chef des Grazer Universalmuseums Joanneum, Peter Pakesch, hat sein vorzeitiges Ausscheiden kulturpolitisch begründet: "Ich kann mit der jetzigen steirischen Kulturpolitik nichts mehr anfangen, und ich sehe auch nicht die Perspektiven, die ich für die Weiterentwicklung des Museums für wichtig erachte", sagte Pakesch am Dienstag im Interview mit dem Ö1-Morgenjournal.

Man habe das Joanneum in den vergangenen Jahren "ins 21. Jahrhundert bringen" können. "Jetzt hätte es noch weitere Schritte gebraucht, vor allem in Richtung der Sammlung. Da habe ich wenig Verständnis gefunden." Die neuere Politik unterwerfe sich immer mehr populistischen Forderungen. "Es ist im Endeffekt egal, was gezeigt wird. Hauptsache, es bringt Quote." Mit sinnvoller Museumsarbeit sei dies nicht mehr zu verbinden, so Pakesch, der sich künftig an der Spitze der Maria-Lassnig-Stiftung um den Nachlass der 2014 gestorbenen österreichischen Malerin kümmern wird. (APA, 22.9.2015)

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Morgen, Mittwoch, eröffnet im Wien Museum eine Ausstellung über Pakeschs Anfänge als Galerist: "Ballgasse 6 – Galerie Pakesch und die Kunstszene der 80er".

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