Hacker wollen geheime Drohnen-Flüge offenlegen

22. September 2015, 10:41
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Mittels in Stratosphäre entsandter Sonde – Auf Basis von Arduino-Board entwickelt

Wenn Regierungen ihre Drohnen und Spionagesatelliten ausschicken, dann erfolgt dies üblicherweise unter strikter Geheimhaltung. Von der Erde aus lässt sich dieses Treiben nur schwer nachvollziehen, also will ein Gruppe von Hackern nun auf anderem Weg Transparenz in dieses Geschehen bringen, wie Wired berichtet.

Perspektivenwechsel

Unter dem Namen Deep Sweep wurde eine Sonde entwickelt, die genau solche Flugkörper aufspüren soll – und zwar aus der Stratosphäre. Die Kugel mit einem Durchmesser von rund 30 Zentimeter ist dazu mit jeder Menge Funk-Hardware ausgestattet, um ein möglichst breites Feld an Frequenzen abzudecken. Auf dieses Weise hofft man geheime Kommunikation aufzufangen. Diese erfolgt zwar verschlüsselt, die pure Existenz soll aber bereits Auskunft über entsprechenden Flüge geben.

Momentausschnitt

Dabei entsteht allerdings immer nur ein Momentausschnitt, immerhin kann Deep Sweep keinen fixen Orbit halten. Statt dessen wird die Kugel von einem Ballon in die Stratosphäre gebracht und sammelt dann während der Rückkehr zur Erde die entsprechenden Daten. Insofern hoffen die Entwickler darauf, dass sich Interessierte an dem Projekt beteiligen, und Daten von unterschiedlichen Zeitpunkten und Orten liefern.

criticalengineering

Low-Cost

Entsprechend ist Deep Sweep auch auf eine möglichst kostengünstige Herstellung ausgerichtet, wie einer der Hacker, der Berliner Künstler Julian Oliver, betont. Mit rund 300 US-Dollar schlägt die Hardware insgesamt zu Buche, der Ballon samt Füllung kostet allerdings pro Flug noch einmal knapp 200 US-Dollar.

Details

Im Kern arbeitet dabei ein Arduino-Entwicklungsboard, dazu gibt es drei unterschiedliche Antennen für verschiedene Frequenzspektren. Ein GPS und diverse Sensoren sind ebenso mit an Bord wie eine SIM-Karte, die die Kommunikation nach außen übernimmt.

Herunter kommen sie alle

Eine der großen Herausforderungen ist dabei die Landung: Immerhin lässt sich im Vorhinein nicht exakt berechnen, wo die Kugel wieder herunterkommen wird. Eine Bergung ist aber unabdinglich, um an die Daten heranzukommen – und natürlich um Deep Sweep wiederverwenden zu können. Bei einem der Testflüge mussten die Hacker denn auch bis nach Weißrussland reisen, um die Kugel zu bergen. (red, 22.9.2015)

  • Deep Sweep.
    foto: julian oliver, bengt sjölen und danja vasiliev

    Deep Sweep.

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