Zwei riesige Schwarze Löcher tanzen ultimativer Kollision entgegen

21. September 2015, 18:22
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So eng aneinander gebunden hat man supermassive Schwarze Löcher noch nie zuvor beobachtet

New York – Üblicherweise sind supermassive Schwarze Löcher im Herzen von Galaxien Einzelgänger. Bisweilen aber kann es passieren, dass zwei dieser Schwerkraftgiganten bei Galaxienverschmelzungen zueinander finden und ein Paar bilden. In einem solchen Fall umkreisen die Schwarzen Löcher einander und kommen sich dabei immer näher – bis sie schließlich in einer buchstäblich den Kosmos erschütternden Explosion miteinander kollidieren. Bislang kannte man ausschließlich Paare, die sich in verhältnismäßig großen Abständen zueinander befinden: Das Zweiergespann mit der geringsten bekannten Distanz war bisher immer noch rund 20 Lichtjahre voneinander entfernt.

Nun aber hat ein Team von Astronomen um Zoltán Haiman von der Columbia University (New York) zwei Schwarze Löcher erspäht, die einander – in kosmischen Maßstäben gerechnet – schon fast berühren, in jedem Fall aber mit relativistischer Geschwindigkeit umkreisten: nur mehr wenige Lichttage trennen nämlich das Pärchen, das die Forscher im Zentrum des Quasars PKS 1302-102 in einer Entfernung von 3,5 Milliarden Lichtjahren ausgemacht haben.

"Dies ist der bislang kleinste Abstand zweier Schwarzer Löcher, und sie befinden sich auf direktem Weg zu einem gewaltigen Zusammenstoß", erklärt Haiman. Die Beobachtungen der allmählichen Annäherung der beiden Schwarzen Löcher könnte den Wissenschaftern wertvolle neue Erkenntnisse über diese exotischen Objekte im Besonderen und den Kosmos im Allgemeinen liefern.

Crash verursacht Gravitationswellen

"Ein bevorstehender Crash kann uns beispielsweise viel darüber verraten, ob Schwarze Löcher und Galaxien mit der selben Geschwindigkeit wachsen", meint Haiman. "Aber noch viel wichtiger ist: Eine solche Verschmelzung bietet der Astrophysik die seltene Gelegenheit, eine fundamentale Annahme über die Raumzeit zu überprüfen: die Existenz von Gravitationswellen, die sich durch den Kosmos fortbewegen." Solche Wellen würden sich nämlich der von Albert Einstein aufgestellten Theorie zufolge nach einer Kollision zweier supermassiver Schwarzer Löcher im Weltraum ausbreiten.

Bis es soweit ist, müssen sich die Forscher allerdings noch etwas in Geduld üben: Das Team rechnet damit, dass die beiden Schwarzen Löcher wohl erst in 20.000 bis 350.000 Jahren miteinander kollidieren werden. (red, 21.9.2015)

  • Zwei gigantische Schwarze Löcher umtanzen einander miit relativistischer Geschwindigkeit. Wenn sie schließlich kollidieren, sollte dies – zumindest theoretisch – Gravitatsionswellen auslösen.
    illu.: nasa / cxc / a. hobart / josh barnes, university of hawaii / john hibbard, nrao

    Zwei gigantische Schwarze Löcher umtanzen einander miit relativistischer Geschwindigkeit. Wenn sie schließlich kollidieren, sollte dies – zumindest theoretisch – Gravitatsionswellen auslösen.

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