Wo Expats besonders gerne leben und arbeiten

23. September 2015, 05:30
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Jedes Jahr erhebt der Expat Insider Report mittels Umfrage, in welchen Ländern es sich als Expat besonders gut leben lässt. Wie 2014 gewinnt Ecuador, Österreich hat die Top Ten nur knapp verpasst

Jedes Jahr erhebt der Expat Insider Report mittels Umfrage, in welchen Ländern es sich als Expat besonders gut leben lässt. Durchschnittsalter der 14.300 Umfrage-Teilnehmer aus insgesamt 195 Ländern: 40,9 Jahre. Gefragt wurde nach allem, was einen Menschen glücklich und zufrieden machen kann.

Nach der finanziellen Situation zum Beispiel, der Länge des Arbeitstags, der Kinder- und Familienfreundlichkeit der Wahlheimat oder der Möglichkeit, neue Freunde, eine gute Wohnung oder gar eine neue Liebe zu finden. Und da gibt es natürlich große Unterschiede von Land zu Land.

Quito, Hauptstadt Ecuadors

Auf Platz 1 landet, wie schon im vergangenen Jahr, Ecuador. Denn hier findet man ziemlich schnell Anschluss – in keinem anderen Land ist es einfacher, neue Freunde zu finden. Zudem sind die Lebenshaltungskosten so niedrig, dass 91 Prozent sie positiv bewerteten. 94 Prozent der dort wohnhaften Ausländer sind mit ihrer Freizeitgestaltung zufrieden. Was ebenfalls die Stimmung hebt: Die Arbeitswoche ist hier recht kurz – was damit zu tun hat, dass man es sich bei den geringen Lebenshaltungskosten nun mal gut leisten kann, nur halbtags zu arbeiten. 45 Prozent können sich vorstellen, für immer in Ecuador zu bleiben.

Platz 2: Mexiko

Auch wenn die Nachrichten von unfassbarer Gewalt, Armut und Drogenkriegen eine andere Sprache sprechen, Ausländern scheint es ziemlich gut zu gehen in Mexiko, wie der Report belegt, in dem Mexiko vom dritten Platz im letzten Jahr nun auf den zweiten vorrutschte.

foto: reuters/walker simon
Mexico City

Das muss zum einen an den Mexikanern liegen, gelten diese doch zuweilen auch als die freundlichsten Menschen der Welt und tatsächlich schätzen 90 Prozent der Auswanderer gerade diese Eigenschaft an den Einwohnern. Freundschaften sind denn auch schnell geschlossen.

Platz 3: Malta

Der Neueinsteiger in den Top Ten überzeugt vor allem in Punkto Arbeit. Die allgemeineZufriedenheit mit dem Job ist hoch und mehr als zwei Drittel der Studienteilnehmer sind glücklich mit Karrierechancen, Arbeitszeit und dem Verhältnis von Freizeit und Beruf – allerdings gaben viele an, in Malta weniger zu verdienen als in ihren Herkunftsländern.

Valletta, Hauptstadt Maltas

Punktabzüge gab es vorwiegend in Sachen Infrastruktur, alles andere – Wetter, Freizeitaktivitäten, Gesundheitssystem – stieß eher auf Begeisterung. Und nicht zuletzt fiel es den Ausländern leicht, sich in Malta einzugewöhnen: 73 Prozent hatten keine Probleme dabei, neue Freunde zu finden.

Knapp nicht in die Top Ten geschafft hat es Österreich. Aber Platz 11 ist es immerhin. Das liegt sicherlich daran, dass es die Österreicher Einwanderern schwer machen. Lediglich auf Platz 55 schafften sie es im Ranking der Länder, die es ihren Einwanderern leicht machen. Sich an die Kultur gewöhnen, Freunde finden und die Sprache lernen – all das stellt die Einwanderer vor große Herausforderungen.

Österreich bei Kindeswohl top

Auch findet ein Drittel, dass es vielen Österreichern an Freundlichkeit gegenüber Ausländern mangelt. Doch all die Entbehrungen und Mühen lohnen sich für die Neuen: Im Rennen um die beste Lebensqualität liegt Österreich auf Platz 3 (nach Singapur und Ecuador). Und in Punkto Kindeswohl ist das Land spitze: 55 Prozent der befragten Eltern sind total zufrieden damit (im globalen Durchschnitt zum Vergleich: 26 Prozent).

foto: expat insider/internations

Am unteren Ende der Skala

Der allgemeine Verlierer bleibt Kuwait, das sich wie schon im ersten Report von 2014, auf dem letzten Platz wiederfindet. Glücklich werden hier nur wenige, sich einzuleben scheint ziemlich schwer zu sein. 53 Prozent sind unzufrieden mit der allgemeinen Freundlichkeit, oder wohl besser: Unfreundlichkeit der Einwohner. Freunde finden fällt schwer – wie es überhaupt im arabischen Raum offenbar keineswegs leicht ist, Kontakt zu den Locals zu bekommen. Überdurchschnittlich viele Expats geben an, dort lieber unter sich zu bleiben.

Das Krisen gebeutelte Griechenland belegt den vorletzten Platz im allgemeinen Ranking und schneidet in so gut wie allen Unterkategorien, die mit Arbeit zu tun haben, schlecht ab, also hinsichtlich Karrierechancen, Work-Life-Balance, Jobsicherheit. 49 Prozent der Befragten bewerten ihre finanzielle Situation negativ, 15 Prozent sind unglücklich mit ihrem Leben. Andererseits aber fühlen sich 71 Prozent heimisch in Griechenland und 76 Prozent schätzen die Freundlichkeit der Locals.

Kuwait belegt, wie schon 2014, den letzten Platz.

Den dritten Platz im Negativ-Ranking räumte Saudi-Arabien für Nigeria, das Land, das wegen der islamistischen Terrorgruppe Boko Haram im letzten Jahr verstärkt Schlagzeilen machte. Und so wundert es natürlich nicht, wenn 75 Prozent der Befragten mit der politischen Stabilität – oder eher: Instabilität – im Land unzufrieden sind und 61 Prozent mit ihrer persönlichen Sicherheit. Zudem sind die Lebenshaltungskosten in dem westafrikanischen Land ziemlich hoch, im Lebensqualität-Ranking landet es auf dem allerletzten Platz. (red, 23.9.2015)

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