Behörde: Google muss Daten französischer Nutzer weltweit löschen

21. September 2015, 15:28
14 Postings

Google droht in Frankreich Strafe im Datenschutz-Streit

Google hat im Streit über die Löschung persönlicher Daten in seiner Suchmaschine einen Rückschlag in Frankreich erlitten. Die dortige Datenschutzbehörde CNIL bekräftigte am Montag, dass der US-Internetriese bestimmte Daten französischer Nutzer nicht nur auf seinen europäischen Seiten löschen müsse, sondern weltweit.

Berufung abgelehnt

Das Amt lehnte eine Berufung Googles dazu ab. Der Suchmaschinenbetreiber müsse nun umgehend die Auflagen erfüllen und mit der Löschung beginnen, sagte ein CNIL-Sprecher. Andernfalls würden die Datenschützer in den nächsten zwei Monaten eine Strafe von bis zu 150.000 Euro verhängen. Im Wiederholungsfall müsste Google 300.000 Euro zahlen.

Damit wäre Frankreich das erste Land, dass Google in diesem Konflikt Sanktionen auferlegt. Der Konzern steht seit Jahren in der Kritik, weil er sich weigert, persönliche Informationen zu löschen. Im Mai 2014 stärkte der Europäische Gerichtshof (EuGH) jedoch das "Recht auf Vergessen" im Internet. Demnach muss Google unter bestimmten Umständen Verweise auf Internetseiten mit sensiblen persönlichen Informationen von Europäern aus der Ergebnisliste seiner Suchmaschine entfernen.

Google gegen Vorgaben nationaler Behörden

Google wehrt sich dagegen, dass die Vorgabe für die ganze Welt gelten soll. Eine einzelne nationale Datenschutzbehörde dürfe nicht vorschreiben, auf welche Internetseiten Menschen in anderen Ländern Zugriff haben sollten, so ein Konzernsprecher. (Reuters, 21.9.2015)

  • Die französische Datenschutzbehörde will, dass Google Daten einiger französischer Nutzer weltweit löscht.
    foto: ap photo/jacques brinon

    Die französische Datenschutzbehörde will, dass Google Daten einiger französischer Nutzer weltweit löscht.

Share if you care.