Seltenes Spektakel: Die totale Super-Ernte-Vollmond-Finsternis

26. September 2015, 19:10
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Bei der Mondfinsternis in der Nacht auf Montag fallen gleich drei Ereignisse zusammen

Wien – In den kommenden Tagen steht uns eine seltene und ungewöhnliche Mondfinsternis ins Haus: Die in der Nacht auf den 28. September stattfindende totale Verfinsterung findet nicht nur zum sogenannten Erntevollmond statt, die Erde wird auch einen "Supervollmond" beschatten. Dieser Superlativ wird immer dann vergeben, wenn der Trabant in Erdnähe steht, wie die Wiener Arbeitsgemeinschaft für Astronomie (WAA) mitteilte.

Kaum Wolken

Experten der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) prophezeien für das Ereignis am frühen Montagmorgen für den Großteil Österreichs eine gute Sicht. Nur im Flachland und in einigen Tälern könnten Nebelfelder die Blick auf die Mondfinsternis trüben oder ganz verhindern.

Die Finsternis beginnt – für Astronomen, mit freiem Auge aber nicht wahrnehmbar – am Montag, 28. September, um 2.10 Uhr, sobald der Mond in den Halbschatten der Erde eintritt. Erst um 3.07 beginnt der Kernschatten der Erde kontinuierlich die Mondscheibe abzudecken, der Mond steht zu diesem Zeitpunkt im Südwesten. Zwischen 4.11 und 5.24 Uhr ist der Mond dann total verfinstert. Weil ein Teil des Sonnenlichts von der Erdatmosphäre gestreut wird und auf die Mondoberfläche trifft, entsteht eine rötliche Färbung des Erdtrabanten. Um 6.27 Uhr ist dann kein Erdschatten mehr am Mond zu erkennen.

Mondfinsternisse können sich prinzipiell nur bei Vollmond ereignen, wenn die Erde zwischen Sonne und Mond steht. Nur bei dieser Konstellation kann der Mond in den Schatten der Erde gelangen, was man als Mondfinsternis wahrnimmt. Sonnenfinsternisse ereignen sich dagegen stets bei Neumond.

Ein "Supervollmond" pro Jahr

In diesem Jahr wird der Erdtrabant beim Vollmond im September seine geringste Entfernung zur Erde haben. Die Bahn des Mondes um die Erde hat die Form einer Ellipse und die Entfernung Erde-Mond schwankt zwischen etwa 357.000 und 407.000 Kilometer. Im Schnitt fallen fast jedes Jahr einmal (exakt: alle 13,6 Monate) Vollmond und Erdnähe zusammen.

Für ein solches Ereignis hat sich in den vergangenen Jahren der Begriff "Supervollmond" etabliert. Seitens der WAA weist man allerdings darauf hin, dass dies kein astronomischer Begriff sei. Der Unterschied im scheinbaren Durchmesser des Mondes vom Minimum (Erdferne) bis Maximum (Erdnähe) beträgt nur etwa 14 Prozent, das entspricht der Größendifferenz Ein- und Zwei-Euro-Münze – und ist mit freiem Auge nur sehr schwer wahrnehmbar.

Landwirtschaftliche Vorteile des Erntevollmonds

Der Vollmond im September wird auch Erntevollmond genannt, weil das helle Licht der Mondscheibe früher dazu genutzt wurde, um nach Sonnenuntergang noch die Ernte einbringen zu können. Hintergrund ist ein besonderes Phänomen: Der Vollmond geht ja immer kurz nach Sonnenuntergang auf. Im Jahresschnitt erfolgt der Mondaufgang dann Tag für Tag um etwa 50 Minuten später, nach zehn Tagen also schon acht Stunden später. Nur im Herbst verlagert sich der Mondaufgang rund um den Vollmond täglich nur um wenige Minuten, rund um den Vollmond erhellt die Mondscheibe deshalb die frühen Abendstunden.

Die nächste Mondfinsternis für Wien wird völlig unspektakulär: eine partielle Halbschattenfinsternis am 16. September 2016. Am 7. August 2017 wird teilweise eine partielle Mondfinsternis zu sehen sein. Die nächste totale Mondfinsternis ist am 27. Juli 2018 von Wien aus zu beobachten, allerdings nicht über den gesamten Verlauf. (APA/red, 26.9.2015)

  • Eine totale Mondfinsternis, wie sie am 28. September zu sehen sein wird, nennt man auch "Blutmond", weil das durch die Erdatmosphäre gebrochene Sonnenlicht den Vollmond rötlich schimmern lässt.
    foto: apa/epa/luong thai linh

    Eine totale Mondfinsternis, wie sie am 28. September zu sehen sein wird, nennt man auch "Blutmond", weil das durch die Erdatmosphäre gebrochene Sonnenlicht den Vollmond rötlich schimmern lässt.

  • Artikelbild
    grafik: apa
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