Vorwurf: Weibliche Fake-Profile bei Dating-App Lovoo

21. September 2015, 14:35
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Unternehmen dementiert Bericht des Computermagazins "c't", dem E-Mails zugespielt wurden

Die Dating-App Lovoo sorgt derzeit für negative Schlagzeilen. Das Computermagazin "c't" wirft dem Unternehmen vor, Profile weiblicher Nutzer gefälscht zu haben. Lovoo soll "Nutzern mit unlauteren Tricks viel Geld aus der Tasche gezogen" haben, heißt es in einer Aussendung. Bei Lovoo dementiert man das und wirft dem Magazin vor, nicht sorgfältig recherchiert zu haben.

E-Mails zugespielt

Das Magazin beruft sich auf zugespielte Dateien eines anonymen Whistleblowers, die E-Mails aus dem Führungsteam von Lovoo enthalten sollen. Demnach soll die Plattform Nutzer mithilfe von gefälschten Profilen automatisiert zu mehr Interaktion und kostenpflichtigen Funktionen verleitet haben.

Lovoo ist prinzipiell kostenlos. Geld verdient das Unternehmen mit In-App-Credits und VIP-Abos unter anderem für Chat-Features. Der Versuch legitimer Nutzer Fake-Profile über den sogenannten Top-Chat zu erreichen könnte Lovoo rund 5.000 Euro täglich gebracht haben, so das Magazin. Im Jahr würde sich das zu einem Schaden von über einer Million Euro summieren.

Lovoo dementiert Vorwürfe

Auf Nachfrage des Magazins habe ein Anwalt von Lovoo mitgeteilt, dass die Daten gefälscht sein könnten. Laut Chefredakteur Johann Endres habe man darauf jedoch keinen Hinweis gefunden. Nachdem der Bericht online veröffentlicht wurde, bezog das Unternehmen auf seiner Website ausführlicher Stellung. Von einem "unschönen Artikel mit haltlosen Vorwürfen" ist darin die Rede.

Man habe eine Anti-Spam-Abteilung, die daran arbeite, dass gefälschte Profile gelöscht werden. "Dennoch kommt es auch hier immer wieder zu Problemen mit Fake-Profilen, da unsere Algorithmen nicht jedes Fake-Profil von alleine erkennen können. Solltet ihr uns Fake-Profile über den Support melden, werden diese umgehend gelöscht und evtl. ausgegebene Credits werden zurückerstattet", heißt es in einem Blog-Eintrag.

Profile gelöscht

Nach Darstellung der Journalisten habe Lovoo nicht konkret zu Fragen und Auszügen aus den vorgelegten Dokumenten Stellung bezogen. Das Unternehmen wiederum behauptet, dem Magazin ein Pressegespräch angeboten zu haben, worauf "c't" nicht eingegangen sei. Laut Bericht sollen nach der Veröffentlichung zahlreiche Profile entfernt worden sein. Auch in aktuellen Bewertungen der Android-Version von September 2015 beschweren sich viele Nutzer über angebliche Fake-Profile.

Die Vorwürfe erinnern an das Seitenprungportal "Ashley Madison". Nachdem Millionen Nutzerdaten durch einen Hack an die Öffentlichkeit gelangt waren, wurde der Seiten ebenfalls vorgeworfen, Bots erstellt zu haben, um männliche Nutzer zu kostenpflichtigen Funktionen zu überreden. (br, 21.9.2015)

  • Lovoo wird vorgeworfen, Einnahmen durch Fake-Profile zu generieren. Das Unternehmen dementiert.
    foto: lovoo

    Lovoo wird vorgeworfen, Einnahmen durch Fake-Profile zu generieren. Das Unternehmen dementiert.

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