Bundesschulsprecher fordert "Ausschüsse ohne politische Besetzung"

21. September 2015, 16:51
59 Postings

Maximilian Gnesda fordert die gesetzliche Verankerung von Landes-Schulgemeinschaftsausschüssen und das Ende politisch besetzter Kollegien der Landesschulräte

"Täglich werden die Stimmen der Schüler und Schülerinnen einfach überhört", kritisiert der neue Bundesschulsprecher Maximilian Gnesda von der VP-nahen Schülerunion. Der 18-jährige Wiener besucht die Vienna Business School und formuliert im neuen Amt Kritik und Forderungen.

Gnesda tritt heuer zur erstmals auch an BMHS flächendeckend durchgeführten neuen Reifeprüfung an und erklärt: "Für die Objektivität dieser Matura wäre es sehr wichtig, eine zentrale Korrektur einzuführen."

Für mehr Mitbestimmung und Autonomie

Tagtäglich würden Eltern, Lehrer- und Schülerschaft erleben, welche Probleme es innerhalb des Bildungssystems gibt. Sie wüssten auch um das Verbesserungspotenzial, und deshalb ist Gnesda überzeugt: "Es braucht die Einbindung der Schulpartner in den Reformprozess."

Die Kritik des Bundesschulsprechers gilt den Kollegien der Landesschulräte, die auf Landesebene über Bildung und Schulen entscheiden. Laut Gnesda fehlt es in den Kollegien an den notwendigen Kompetenzen. "Für 14 Tagesordnungspunkte werden zehn Minuten gebraucht", berichtet Gnesda aus seiner eigenen Erfahrung, dabei werde "nicht mal ansatzweise darüber nachgedacht, was wir Schülerinnen und Schüler dazu sagen."

Zum Zuhören verdammt

In keinem österreichischen Bundesland würden Landesschulsprecher über ein Stimmrecht verfügen. Im besten Fall sei es ihnen gestattet zuzuhören. Gnesda fordert die Abschaffung dieser Kollegien und eine gesetzliche Verankerung von Landes-Schulgemeinschaftsausschüssen sowie ein vergleichbares Gremium auf Bundesebene. In diesen Ausschüssen sollen Eltern, Lehrer und Schüler mit drei stimmberechtigten Stimmen vertreten sein.

"Auf die Meinung von 1,1 Millionen Schülern und Schülerinnen darf nicht vergessen werden" ermahnt Gnesda. Zudem sollen Schulen personelle, finanzielle und pädagogische Autonomie erhalten und soll "ein Direktor zum Manager seiner Schule werden", fordert Gnesda. Manager einer Schule sollen "Lehrerinnen und Lehrer einstellen und verwalten können" und die Möglichkeit haben, "das Budget zielgerichtet einzusetzen."

Online-Umfrage für Schülerinnen und Schüler

Um ein Meinungsbild der Schülerinnen und Schüler ab der Mittelstufe einzuholen, wurde von der Bundesschülervertretung unter www.schuelervertretung.at eine Online-Umfrage gestaltet. Schüler und Schülerinnen können rund siebzehn Fragen zu den Themen Mitbestimmungsrechte und Schulautonomie beantworten.

Die Autonomie von Schulen in Personal-, Finanz- und Pädagogikfragen werden dabei konkret thematisiert. Und es wird beispielsweise auch nach Wünschen zur Erhöhung von Matura-Vorbereitungsstunden oder zu einer Einführung des Schulfachs politische Bildung gefragt. Die Befragung richtet sich laut Bundesschülervertretung an alle 1,1 Millionen Schülerinnen und Schüler in Österreich. "Wir laden alle Schülerinnen und Schüler dazu ein, ihre Vorschläge für ein besseres Bildungssystem einzubringen", erklärt Gnesda. Das Umfrageergebnis soll in einem Monat bekanntgemacht werden. (viw, 21.9.2015)

Wissen:

Als Bundesschulsprecher steht Gnesda an der Spitze der 29-köpfigen Bundesschülervertretung (BSV). Sie besteht aus 27 Landesschulsprechern (je einer pro Bundesland für die Bereiche AHS, BMHS und Berufsschulen) sowie zwei Sprechern der Zentrallehranstalten. Die Schülerunion verfügt derzeit über 27 Mandate in der BSV – ihr traditioneller Konkurrent, die SP-nahe Aktion kritischer Schüler_innen (AKS), kommt auf zwei Sitze und fordert die Direktwahl des Bundesschulsprechers. Die Schülerunion stellt den elften Bundesschulsprecher in Folge.

  • Maximilian Gnesda, der neue Bundesschulsprecher aus der VP-nahen Schülerunion, formuliert Kritik und Forderungen.
    foto: apa/georg hochmuth

    Maximilian Gnesda, der neue Bundesschulsprecher aus der VP-nahen Schülerunion, formuliert Kritik und Forderungen.

Share if you care.