"Der Gewitterritter": Für kleine Wutbürger

Rezension21. September 2015, 09:21
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Kai Lüftner spielt in seinem Buch mit dem Gefühl der Wut, das sich ebenso wie ein Gewitter ganz schnell wieder verziehen kann – vor allem bei Kindern

Eltern müssen sich einiges anhören. Wenn dem Sohn etwas nicht passt, er wütend durch die Gegend rennt, fällt schon mal der Satz "Ich hasse euch!". Ja, er meint es nicht so – außer vielleicht in dem kurzen Moment. So etwas zu hören ist dennoch nicht angenehm. Manchmal steht er auch nur da und knurrt. Kai Lüftner und Eva Muszynski (Illustrationen) widmen sich in ihrem Bilderbuch für Kinder ab vier genau diesem Gefühl. Ihr Der Gewitterritter ist ein richtiges Wutbuch.

Muszynski zeichnet dafür zwei Ebenen. Da ist einerseits ebenjener Ritter, der durch Blitz und Donner reitet. Und dann finden sich darunter Bilder von einem Buben, der richtig wütend ist. Seine Posen brauchen keine Erklärung, diese findet sich in der Parallelwelt des Ritters. Es heißt beispielsweise: "Es wittert und wattert, es knirscht und es knattert, es rasselt und prasselt und plötzlich, da prasselt – das Wasser, in Massen, aus Kübeln und Tassen, mit Donnergetöse, ganz böse." Wie im richtigen Leben verzieht sich das Donnerwetter, und zurück bleibt ein wieder glücklicher Bub – wie zu Hause. (Peter Mayr, 21.9.2015)

  • Kai Lüftner, Eva Muszynski 
Der Gewitterritter 
Klett Kinderbuch 2015
32 Seiten, 14,40 Euro
    foto: klett kinderbuch

    Kai Lüftner, Eva Muszynski

    Der Gewitterritter

    Klett Kinderbuch 2015

    32 Seiten, 14,40 Euro

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