"Game of Thrones" räumt bei Emmys ab, "Mad Man" Jon Hamm darf jubeln

21. September 2015, 05:53
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Fantasy-Serie gewinnt zwölfmal, HBO-Serien dominieren. Viola Davis wurde als erste Schwarze geehrt

Los Angeles – Mit "Game of Thrones" und "Veep" hat der amerikanische Kabelsender HBO die Emmys beherrscht. Das 1972 gestartete Unternehmen gewann die wichtigsten Fernsehpreise nicht nur in der Königskategorie "Dramaserie" und in der Kategorie "Komödienserie".

Auch bei Miniserie/Fernsehfilm ging der Preis am Sonntagabend (Ortszeit) in Los Angeles an eine HBO-Produktion, "Olive Kitteridge" nach dem Roman von Elizabeth Strout. Die Miniserie gewann allein acht Preise, darunter für Hauptdarstellerin Frances McDormand, Hauptdarsteller Richard Jenkins und Nebendarsteller Bill Murray.

Bester TV-Film "Bessie"

Bester TV-Film wurde die HBO-Produktion "Bessie" über die Bluessängerin Bessie Smith, die von Queen Latifah dargestellt wurde. Beste Dokumentarserie wurde "Der Unglücksbringer: Das Leben und die Tode des Robert Durst", ebenfalls von HBO produziert.

"Game of Thrones" gewann insgesamt gleich zwölfmal. Mit doppelt so vielen Nominierungen war das Fantasyspektakel als großer Favorit ins Rennen gegangen. Von der Serie sind bisher fünf Staffeln gezeigt worden, acht sollen es werden. In all den Jahren war "Game of Thrones" 83-mal nominiert, 26 Emmys stehen jetzt bei den Schauspielern, Drehbuchschreibern, Regisseuren und gerade auch Kostümbildnern und Requisiteuren.

Jon Hamm bekommt endlich Emmy

Jon Hamm, Hauptdarsteller der gefeierten Serie "Mad Men", bekam endlich seinen Emmy. Der 44-Jährige gewann die Trophäe als bester Hauptdarsteller einer Dramaserie. Hamm war bereits 16-mal nominiert. Aber obwohl "Mad Men" in den ersten Jahren mit Emmys überhäuft wurde, war es der erste für Hamm. Die Serie um eine Werbeagentur im New York der Sechzigerjahre war nach sieben Staffeln im Mai in den USA zu Ende gegangen. Hamm zeigte sich bescheiden. Es sei "unmöglich, mit all diesen außergewöhnlichen Gentlemen genannt zu werden", sagte er mit Blick auf die ebenfalls nominierten Schauspieler.

Davis als erste Schwarze ausgezeichnet

Bei den Frauen gewann Viola Davis (50) den Hauptpreis – als erste Schwarze. Sie bekam ihn für ihre Rolle in "How to Get Away with Murder". Von der Serie ist erst eine Staffel ausgestrahlt, die zweite aber schon bestellt. "Das Einzige, was farbige Frauen von allen anderen unterscheidet, sind Gelegenheiten", sagte Davis in ihrer Dankesrede. "Man kann keinen Emmy für Rollen gewinnen, die es einfach nicht gibt."

Beste Nebendarsteller:

In der Kategorie Drama wurde Peter Dinklage für seine Rolle in "Game of Thrones" als bester Nebendarsteller ausgezeichnet. Beste Nebendarsteller ist Uzo Aduba, die in der Netflix-Serie "Orange Is the New Black" als Gefängnisinsassin brilliert.

Komödien

Bei den Komödien gingen die Preise an Julia Louis-Dreyfus und Jeffrey Tambor. Louis-Dreyfus gewann für ihre Rolle als Selina Meyer in der Washington-Satire "Veep". Tambor, der erst im Alter seinen Durchbruch hatte, wurde für seine Rolle als transsexuelle Maura Pfefferman in "Transparent" geehrt. Für ihn ist es der erste, für sie der sechste Emmy. Er widmete seinen Emmy allen Transsexuellen. "Danke für eure Geduld. Danke für euren Mut. Danke für eure Geschichten", sagte der Schauspieler. "Veep" konnte neun Nominierungen in fünf Preise umwandeln.

"Transparent", eine Eigenproduktion von Amazon, gewann auch fünfmal, war aber sogar elfmal nominiert. Amazon Studios hat sich in kurzer Zeit einen Platz in der US-Fernsehlandschaft erobert und macht nun Pionieren beim Internetfernsehen wie Netflix Konkurrenz. Fünf wurden es auch für "American Horror Story – Freak Show". Die Serie war mit 19 Nominierungen eine der Favoritinnen.

Creative Arts Emmys standen schon fest

Vergeben wurden am Sonntag nur die Königskategorien. Bereits eine Woche zuvor wurden die Creative Arts Emmys überreicht – der STANDARD berichtete. Etwa in den Kategorien Visuelle Effekte, Casting, Vorspann und Tonbearbeitung. "Game of Thrones" wurde hier gleich acht Mal ausgezeichnet. Auf Platz zwei mit fünf Creative Arts Emmys folgte die Fernsehserie "American Horror Story: Freak Show".

Abräumer aus dem Vorjahr fehlte heuer

Voriges Jahr hieß der große Abräumer in den wichtigsten Kategorien noch "Breaking Bad". Die Erfolgsserie reüssierte in der Kategorie Drama. Bryan Cranston wurde als bester Haupt-, Aaron Paul als Nebendarsteller und Anna Gunn als beste Nebendarstellerin geehrt. Gleich hinter "Breaking Bad" kam im Vorjahr "True Detective". Die erste Staffel wurde mit fünf Emmys gewürdigt. (APA, red, 21.9.2015)

Überblick über die wichtigsten Preise

  • Beste Dramaserie: "Game of Thrones" (HBO)
  • Beste Comedyserie: "Veep" (HBO)
  • Beste Miniserie: "Olive Kitteridge" (HBO)


    Drama

  • Bester Hauptdarsteller einer Dramaserie: Jon Hamm, "Mad Men" (HBO)
  • Beste Hauptdarstellerin einer Dramaserie: Viola Davis, "How to Get Away with Murder" (ABC)
  • Bester Nebendarsteller einer Dramaserie: Peter Dinklage, "Game of Thrones" (HBO)
  • Beste Nebendarstellerin einer Dramaserie: Uzo Aduba, "Orange Is the New Black" (Netflix)
  • Beste Dramaserien-Regie: David Nutter, "Game of Thrones" (HBO)


Comedy

  • Bester Hauptdarsteller einer Comedyserie: Jeffrey Tambor, "Transparent" (Amazon)
  • Beste Hauptdarstellerin einer Comedyserie: Julia Louis-Dreyfus, "Veep" (HBO)
  • Bester Nebendarsteller einer Comedyserie: Tony Hale, "Veep" (HBO)
  • Beste Nebendarstellerin einer Comedyserie: Allison Janney, "Mom" (CBS)
  • Beste Comedyserie-Regie: Jill Soloway, "Transparent", (Amazon)


Miniserie und Fernsehfilm

  • Bester Hauptdarsteller einer Minserie: Richard Jenkins, "Olive Kitteridge" (HBO)
  • Beste Hauptdarstellerin einer Minserie: Frances McDormand, "Olive Kitteridge" (HBO)

  • Bester Nebendarsteller einer Minserie: Bill Murray, "Olive Kitteridge" (HBO)
  • Beste Nebendarstellerin einer Minserie: Regina King, "American Crime" (ABC)
  • Beste Regie Minserie oder Fernsehfilm: Lisa Cholodenko, "Olive Kitteridge", (HBO)


Die TV-Produktionen mit den meisten Emmys:

  • Game of Thrones (HBO) 12
  • Olive Kitteridge (HBO) 8
  • American Horror Story: Feak Show (FX) 5
  • 5 Transparent (Amazon) 5
  • Veep (HBO) 5

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  • Sehr oft nominiert, aber bis Sonntag ist nichts passiert: Jon Hamm bekommt endlich seinen Emmy.
    foto: reuters/nicholson

    Sehr oft nominiert, aber bis Sonntag ist nichts passiert: Jon Hamm bekommt endlich seinen Emmy.

  • Viola Davis ist beste Hauptdarstellerin in einer Dramaserie.
    foto: reuters/nicholson

    Viola Davis ist beste Hauptdarstellerin in einer Dramaserie.

  • "Game of Thrones"-Darsteller Peter Dinklage wurde mit dem Emmy für den besten Nebendarsteller in der Kategorie Drama ausgezeichnet.
    foto: reuters/blake

    "Game of Thrones"-Darsteller Peter Dinklage wurde mit dem Emmy für den besten Nebendarsteller in der Kategorie Drama ausgezeichnet.

  • Große Freude bei Uzo Aduba: Sie wurde in der Kategorie Drama für ihre Rolle in "Orange Is the New Black" als beste Nebendarstellerin geehrt.
    foto: ap/mccarten

    Große Freude bei Uzo Aduba: Sie wurde in der Kategorie Drama für ihre Rolle in "Orange Is the New Black" als beste Nebendarstellerin geehrt.

  • Richard Jenkins und Francis McDormand sind die besten Hauptdarsteller einer Miniserie: "Olive Kitteridge".
    foto: ap/strauss

    Richard Jenkins und Francis McDormand sind die besten Hauptdarsteller einer Miniserie: "Olive Kitteridge".

  • Jeffrey Tambor aus "Transparent", bester Hauptdarsteller einer Komödie.
    foto: reuters/blake

    Jeffrey Tambor aus "Transparent", bester Hauptdarsteller einer Komödie.

  • Eine gewisse Routine im Stemmen der Emmy-Trophäen hat Julia Louis-Dreyfus. Sie wurde bereits zum sechsten Mal mit dem wichtigsten TV-Preis bedacht.
    foto: ap/mccarten

    Eine gewisse Routine im Stemmen der Emmy-Trophäen hat Julia Louis-Dreyfus. Sie wurde bereits zum sechsten Mal mit dem wichtigsten TV-Preis bedacht.

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