Erster Plattenvertrag der Beatles online für 75.000 Dollar versteigert

20. September 2015, 09:24
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Deal für erste Single wurde in Hamburg unterschrieben – Vertrag mit Brian Epstein kommt Ende September in London unter den Hammer

Der erste Plattenvertrag der Beatles, den die legendäre britische Band vor 54 Jahren in Hamburg unterzeichnete, ist in New York für 75.000 Dollar (65.680,01 Euro) versteigert worden. Der sechsseitige Vertrag wurde am Samstag von einem anonymen Bieter per Online-Gebot ersteigert, wie das Auktionshaus Heritage Auctions mitteilte.

Mit Gebühren und Prämien muss der Käufer insgesamt 93.750 Dollar für das Dokument hinblättern. Der Vertrag mit der Plattenfirma Polydor aus dem Jahr 1961 trägt die Unterschriften von John Lennon, Paul McCartney, George Harrison und dem damaligen Schlagzeuger Pete Best, der später durch Ringo Starr ersetzt wurde. Das Dokument stammt aus der Zeit, als die britische Band mit kleinen Club-Konzerten in Hamburg an ihrer Karriere bastelte. Die erste Single, die sie aufnahm, hieß "My Bonnie" und war die moderne Version eines Kinderliedes.

"My Bonnie" legte Grundstein

Veröffentlicht wurde der Song allerdings nicht unter dem Bandnamen "The Beatles", denn der Produzent hatte seine Zweifel, dass dieser Name auf dem deutschen Markt funktioniert. Stattdessen traten die Musiker unter dem Namen Tony Sheridan and the Beat Brothers auf. "My Bonnie" wurde kein Hit, verschaffte der Band in ihrer Heimatstadt Liverpool aber genügend Nachfrage, dass der dortige Plattengeschäftbesitzer Brian Epstein auf die vier Musiker aufmerksam und ihr Manager wurde. Dank seiner Beziehungen nahmen die Beatles im folgenden Jahr – dieses Mal unter ihrem eigentlichen Bandnamen – ihren ersten Hit "Love Me Do" auf.

"Hätten sie nicht diese Zeit in Hamburg verbracht, wären sie vielleicht nicht diese musikalische Größe geworden, die sie waren", sagte Dean Harmeyer von Heritage Auctions zur Bedeutung des versteigerten Vertrags. "Und hätten sie nicht 'My Bonnie' aufgenommen, wären sie Brian Epstein vielleicht nie aufgefallen." Der Vertrag stammte aus dem Nachlass des 2010 verstorbenen Beatles-Kenners und Sammlers Uwe Blaschke.

"Love Me Do"-Platte für 25.000 Dollar versteigert

Auch andere Beatles-Erinnerungstücke wie eine Postkarte aus Hamburg, die Ringo Starr seiner Großmutter schickte, wurden in New York versteigert. Eine signierte Single-Platte von "Love Me Do" wechselte für 25.000 Dollar samt Gebühren den Besitzer. Auch eine von allen vier Beatles signierte Speisekarte von einem Besuch in Österreich im Jahr 1965 wurde angeboten.

Der Vertrag, den die Beatles 1962 mit Epstein unterzeichneten, wird am 29. September in London versteigert. Das Auktionshaus Sotheby's rechnet mit einem Endgebot von bis zu 500.000 Pfund (685.119,21 Euro). Epstein, der oft als fünfter Beatle bezeichnet wurde, starb 1967 an einer Überdosis.

  • 75.000 Dollar ließ sich ein anonymer Bieter den ersten Plattenvertrag der Band kosten.
    foto: ap

    75.000 Dollar ließ sich ein anonymer Bieter den ersten Plattenvertrag der Band kosten.

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